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Schleie

Sicher

Tinca tinca

Auch bekannt als: Lin, Doktorfisch, Schlei

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Beschreibung

Die Schleie (Tinca tinca) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist bekannt für ihren gedrungenen Körperbau, die kleinen, festsitzenden Schuppen und die dicke, schleimige Haut. Sie ist ein typischer Bewohner von stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit dichtem Pflanzenbewuchs und schlammigem Grund. Ihre Anpassungsfähigkeit an sauerstoffarme Bedingungen ist bemerkenswert.

Körperliche Merkmale

Körperform
compressed
Färbung
Olivgrün bis dunkelbraun auf dem Rücken, Flanken heller, oft mit einem goldenen Schimmer, Bauch gelblich-weiß. Die Farbe kann je nach Lebensraum variieren.
Schuppentyp
cycloid
Maulstellung
terminal
Besondere Merkmale
Sehr kleine, tief in der Haut sitzende Schuppen, die der Haut ein samtiges Aussehen verleihen., Dicke, schleimige Hautschicht., Ein Paar kurzer Barteln an den Mundwinkeln., Rote Iris der Augen., Gedrungener, kräftiger Körperbau., Männchen haben größere und kräftigere Bauchflossen als Weibchen.
Rückenflosse
Kurz, hoch, mit 3-4 Hartstrahlen und 8-9 Weichstrahlen.
Schwanzflosse
Kaum gegabelt, fast gerade oder leicht abgerundet.
Brustflosse
Relativ klein, abgerundet.
Auffällige Flossen
Die Bauchflossen der Männchen sind deutlich größer und muskulöser als die der Weibchen, ein wichtiges Geschlechtsmerkmal.

Bestimmungstipps

Körperform und Schuppen

Gedrungener Körper, sehr kleine, tief in der Haut sitzende Schuppen, die der Haut ein samtiges Aussehen verleihen und eine dicke Schleimschicht.

Barteln

Ein Paar kurzer Barteln an den Mundwinkeln, die oft schwer zu erkennen sind.

Augenfarbe

Charakteristische rote Iris der Augen.

Flossen

Kurze, hohe Rückenflosse und eine kaum gegabelte Schwanzflosse. Bei Männchen sind die Bauchflossen deutlich größer und kräftiger.

Färbung

Olivgrün bis dunkelbraun auf dem Rücken, heller an den Flanken, oft mit goldenem Schimmer, gelblich-weißer Bauch.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Bevorzugt flache bis mittlere Tiefen (0.5 - 5 Meter), kann aber auch in tieferen Bereichen gefunden werden.
Umgebung
Stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Altarme von Flüssen, Kanäle und Gräben. Bevorzugt schlammigen oder sandigen Bodengrund und dichten Pflanzenbewuchs (Schilf, Seerosen, Unterwasserpflanzen). Toleriert sauerstoffarme Bedingungen.
Geografische Verbreitung
Ursprünglich in Europa und Westasien verbreitet, von den Britischen Inseln und Skandinavien im Norden bis zum Mittelmeer und dem Aralsee im Süden. Wurde in andere Teile der Welt eingeführt.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: omnivore
  • Mindestbeckengröße: ab 500 Liter für Jungfische, deutlich größer für ausgewachsene Exemplare (mehrere tausend Liter)
  • Temperatur: 10-24°C
  • pH-Wert: 6.5-8.0
  • Härte: 5-20 dGH
  • Verträglichkeit: Verträglich mit anderen friedlichen, robusten Kaltwasserfischen ähnlicher Größe. Nicht für Gesellschaftsbecken mit kleinen, empfindlichen Arten geeignet.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt einen großen Tank mit weichem Bodengrund (Sand oder feiner Kies), dichte Bepflanzung und Versteckmöglichkeiten. Gute Filterung ist wichtig, da sie den Bodengrund aufwühlen. Eine gute Belüftung ist ebenfalls ratsam.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Laichzeit von Mai bis Juli, in dieser Zeit sind sie besonders aktiv. Im Winter ziehen sie sich in tiefere Bereiche zurück und reduzieren ihre Aktivität.
  • Marktpreis: Variiert je nach Region und Größe, oft als Speisefisch oder Besatzfisch gehandelt.
  • Kommerzielle Bedeutung: medium
  • Geschmack: Mild, leicht erdig, manchmal als 'schlammig' beschrieben, was durch die Haltung in sauberem Wasser reduziert werden kann.
  • Textur: Fest, weißfleischig
  • Zubereitungsarten: Braten, Backen, Räuchern, Blau kochen
  • Nährwert: Guter Lieferant von Proteinen und Omega-3-Fettsäuren.

Wichtige Fakten

Doktorfischinteresting

Die Schleie wird manchmal als 'Doktorfisch' bezeichnet, da man früher glaubte, dass andere Fische sich an ihrer schleimigen Haut reiben, um Krankheiten zu heilen. Dies ist jedoch eine Legende.

Winterstarrebehavior

Im Winter vergräbt sich die Schleie oft im Schlamm des Gewässergrundes und verfällt in eine Art Winterstarre, um die kalte Jahreszeit zu überdauern.

Anpassungsfähigkeitamazing

Schleien sind extrem widerstandsfähig gegenüber schlechten Wasserbedingungen, insbesondere gegenüber Sauerstoffmangel, was ihnen das Überleben in Gewässern ermöglicht, die für andere Fischarten ungeeignet wären.

Nachtaktivitätbehavior

Schleien sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich oft versteckt im dichten Pflanzenbewuchs auf.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: edible
  • Hinweise zum Umgang: Die Schleie ist ein harmloser Fisch. Beim Hantieren sollte man aufgrund der dicken Schleimschicht und der glitschigen Haut vorsichtig sein, um den Fisch nicht zu verletzen oder fallen zu lassen. Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Ähnliche Arten

Karausche

Carassius carassius

Die Karausche hat keine Barteln und eine deutlich stärker gegabelte Schwanzflosse. Ihre Schuppen sind größer und deutlicher sichtbar. Die Färbung ist oft goldener.

Giebel

Carassius gibelio

Der Giebel hat ebenfalls keine Barteln und eine stärker gegabelte Schwanzflosse. Er ist oft silbriger gefärbt und hat eine höhere, seitlich abgeflachtere Körperform als die Schleie.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Cypriniformes
Familie
Cyprinidae
Gattung
Tinca
Art
Tinca tinca

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