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Rotfeder

Sicher

Scardinius erythrophthalmus

Auch bekannt als: Rötel, Unechte Rotauge, Rothauge

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Beschreibung

Die Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist in Europa und Teilen Asiens weit verbreitet und bekannt für ihre auffälligen roten Flossen. Die Rotfeder ist ein geselliger Fisch, der oft in Schwärmen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit dichter Vegetation anzutreffen ist. Sie ist ein Allesfresser, der sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, Algen, Insektenlarven und Zooplankton ernährt. Ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume und ihre relativ schnelle Vermehrung tragen zu ihrer weiten Verbreitung bei. Sie spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem als Beute für größere Raubfische und Vögel.

Körperliche Merkmale

Körperform
compressed
Färbung
Der Rücken ist dunkelgrün bis bräunlich, die Flanken sind silbrig-golden glänzend. Namensgebend sind die leuchtend roten bis orangeroten Flossen, insbesondere die Brust-, Bauch- und Afterflossen. Die Iris des Auges ist ebenfalls rötlich-orange.
Schuppentyp
cycloid
Maulstellung
superior
Besondere Merkmale
Auffällig rote Flossen, Gold-silbrige Flanken, Rötliche Iris, Oberständiges Maul, Hoher, seitlich abgeflachter Körper
Rückenflosse
Kurz, hoch, beginnt hinter dem Ansatz der Bauchflossen. 8-9 verzweigte Strahlen.
Schwanzflosse
Tief gegabelt, rot gefärbt.
Brustflosse
Relativ klein, rot gefärbt.
Auffällige Flossen
Alle Flossen, insbesondere die paarigen Flossen und die Afterflosse, sind leuchtend rot bis orangerot gefärbt. Die Rückenflosse ist im Vergleich zur Rotauge weiter hinten angesetzt.

Bestimmungstipps

Flossenfarbe

Die leuchtend roten Flossen sind das markanteste Merkmal und namensgebend. Besonders die Brust-, Bauch- und Afterflossen sind intensiv rot.

Maulstellung

Das Maul ist oberständig, d.h., der Unterkiefer ragt über den Oberkiefer hinaus. Dies ist eine Anpassung an die Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche und von Pflanzen.

Augenfarbe

Die Iris des Auges ist typischerweise rötlich-orange, im Gegensatz zur Rotauge, deren Iris meist leuchtend rot ist.

Rückenflossenansatz

Die Rückenflosse beginnt deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Bei der Rotauge (Rutilus rutilus) beginnt die Rückenflosse etwa auf gleicher Höhe mit den Bauchflossen.

Körperform

Der Körper ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht, was ihr ein scheibenförmiges Aussehen verleiht.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Oberflächennah bis mittlere Wassertiefen (0.5 - 5 Meter)
Umgebung
Bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Altarme, Kanäle und langsam fließende Flüsse. Wichtig sind dichte Unterwasser- und Ufervegetation sowie schlammiger oder sandiger Grund. Sie ist tolerant gegenüber geringem Sauerstoffgehalt und leicht brackigem Wasser.
Geografische Verbreitung
Weit verbreitet in Europa, von Irland und Großbritannien im Westen bis zum Ural und dem Kaspischen Meer im Osten. Im Norden bis Südschweden und Finnland, im Süden bis Nordspanien, Italien und dem Balkan. Auch in Teilen Kleinasiens zu finden. In einigen Regionen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: omnivore
  • Mindestbeckengröße: 200 Liter
  • Temperatur: 10-24°C
  • pH-Wert: 6.5-8.0
  • Härte: 5-20 dGH
  • Verträglichkeit: Gut verträglich mit anderen friedlichen Kaltwasserfischen ähnlicher Größe, wie Moderlieschen, Bitterlingen oder Schleien. Nicht mit aggressiven oder sehr kleinen Fischen vergesellschaften.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt gut bepflanzte Aquarien mit ausreichend Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Eine Gruppe von mindestens 5-6 Tieren wird empfohlen, da sie Schwarmfische sind.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Ganzjährig, Laichzeit im Frühjahr (April-Juni).
  • Marktpreis: Gering
  • Kommerzielle Bedeutung: low
  • Geschmack: Mild, leicht erdig
  • Textur: Weich, grätenreich
  • Zubereitungsarten: Braten, Räuchern, Sauer einlegen
  • Nährwert: Geringer Fettgehalt, gute Proteinquelle. Aufgrund der vielen Gräten oft zu Fischfrikadellen oder -suppen verarbeitet.

Wichtige Fakten

Namensgeberinteresting

Der Name 'Rotfeder' leitet sich von den auffällig roten Flossen ab, die ein charakteristisches Merkmal dieser Art sind.

Oberflächenfresserbehavior

Ihr oberständiges Maul ist eine perfekte Anpassung an die Nahrungsaufnahme von der Wasseroberfläche und von Wasserpflanzen.

Hybridisierungevolution

Rotfedern können sich mit Rotaugen kreuzen, was zu Hybriden führt, die Merkmale beider Arten aufweisen und die Bestimmung erschweren können.

Ökologische Rolleinteresting

Als Allesfresser und Schwarmfisch spielt die Rotfeder eine wichtige Rolle in ihrem Ökosystem, sowohl als Konsument von Pflanzen und kleinen Wirbellosen als auch als Beute für größere Raubfische und Vögel.

Anpassungsfähigamazing

Die Rotfeder ist sehr anpassungsfähig an unterschiedliche Wasserqualitäten und kann auch in Gewässern mit geringem Sauerstoffgehalt überleben, was zu ihrer weiten Verbreitung beiträgt.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: edible
  • Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Wie bei allen Fischen sollte man sie vorsichtig behandeln, um Verletzungen des Fisches und der eigenen Hände zu vermeiden. Keine giftigen Stacheln oder Sekrete.

Ähnliche Arten

Rotauge

Rutilus rutilus

Die Rotauge hat ein endständiges Maul (nicht oberständig), die Rückenflosse beginnt auf gleicher Höhe wie die Bauchflossen, und die Iris ist meist leuchtend rot, während die Flossen weniger intensiv rot gefärbt sind als bei der Rotfeder.

Ukelei

Alburnus alburnus

Die Ukelei ist schlanker und langgestreckter, hat ein stark oberständiges Maul und silbrige Flossen ohne Rotfärbung. Sie ist auch deutlich kleiner als die Rotfeder.

Brachse (Blei)

Abramis brama

Die Brachse ist deutlich hochrückiger und seitlich stärker abgeflacht, hat ein unterständiges Maul und graue bis bräunliche Flossen ohne Rotanteile. Sie erreicht auch eine wesentlich größere Endgröße.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Cypriniformes
Familie
Cyprinidae
Gattung
Scardinius
Art
erythrophthalmus

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