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App öffnenBeschreibung
Der Frauenfisch (Rutilus virgo) ist eine Süßwasserfischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Er ist eng mit dem Rotauge (Rutilus rutilus) verwandt, unterscheidet sich jedoch durch spezifische morphologische Merkmale und eine eingeschränktere geografische Verbreitung. Es handelt sich um einen mittelgroßen Fisch, der typischerweise in klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern und Seen vorkommt. Seine Ökologie ist stark an die spezifischen Bedingungen seiner Lebensräume angepasst.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- elongated
- Färbung
- Silbrig-graue Flanken, dunkler Rücken, oft mit einem leicht goldenen oder grünlichen Schimmer. Die Flossen sind meist grau, können aber zur Laichzeit bei Männchen rötlich getönt sein. Die Iris ist oft gelblich bis orange, nicht so intensiv rot wie beim Rotauge.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- terminal
- Besondere Merkmale
- Relativ große Schuppen, Endständiges Maul, Im Vergleich zum Rotauge schlankerer Körperbau, Weniger ausgeprägte Rotfärbung der Iris als Rutilus rutilus, Anzahl der Schuppen entlang der Seitenlinie (40-44), Anzahl der Schlundzähne (6-5 oder 6-6)
- Rückenflosse
- Kurz, hoch, mit 3 ungeteilten und 8-10 geteilten Strahlen. Ansatzpunkt liegt hinter dem Ansatz der Bauchflossen.
- Schwanzflosse
- Tief gegabelt, mit abgerundeten Spitzen.
- Brustflosse
- Relativ kurz, abgerundet.
- Auffällige Flossen
- Alle Flossen sind proportional zum Körper, die Rückenflosse ist im Vergleich zum Rotauge oft etwas höher.
Bestimmungstipps
Körperform
Schlanker und gestreckter als das Rotauge (Rutilus rutilus).
Augenfarbe
Iris gelblich bis orange, selten intensiv rot wie beim Rotauge.
Schuppenanzahl Seitenlinie
40-44 Schuppen entlang der Seitenlinie (im Vergleich zu 39-48 beim Rotauge, wobei R. virgo tendenziell am unteren Ende dieses Bereichs liegt).
Schlundzähne
Typischerweise 6-5 oder 6-6 Schlundzähne, während Rutilus rutilus meist 6-5 oder 5-5 aufweist. Eine genaue Bestimmung erfordert eine Untersuchung der Schlundzähne.
Flossenansatz
Der Ansatz der Rückenflosse liegt deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt flache bis mittlere Tiefen (0.5 - 5 Meter), kann aber auch in tieferen Bereichen vorkommen.
- Umgebung
- Lebt in klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern (Flüsse, Bäche) und Seen mit kiesigem oder sandigem Grund. Bevorzugt Bereiche mit mäßiger Strömung und Unterwasservegetation oder Totholz als Versteckmöglichkeiten. Ist empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung und Eutrophierung.
- Geografische Verbreitung
- Endemisch in den Einzugsgebieten der oberen Donau und ihrer Nebenflüsse in Mitteleuropa, insbesondere in Österreich, Deutschland (Bayern), Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Die Verbreitung ist fragmentiert und lokal begrenzt.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: advanced
- Temperament: peaceful
- Ernährung: omnivore
- Mindestbeckengröße: 500 Liter
- Temperatur: 10-20°C
- pH-Wert: 7.0-8.0
- Härte: 10-20 dGH
- Verträglichkeit: Kann mit anderen friedlichen Kaltwasserfischen ähnlicher Größe vergesellschaftet werden, die ähnliche Wasserparameter bevorzugen. Nicht für tropische Aquarien geeignet.
- Besondere Anforderungen: Benötigt große Becken mit guter Filterung und Strömung. Eine naturnahe Einrichtung mit Versteckmöglichkeiten und freiem Schwimmraum ist essenziell. Eine Haltung im Gartenteich ist bei ausreichender Größe und Tiefe möglich.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: vulnerable
- Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Laichzeit im Frühjahr (April-Mai).
- Marktpreis: Nicht kommerziell gehandelt
- Kommerzielle Bedeutung: none
- Geschmack: Mild, leicht erdig
- Textur: Weich, grätenreich
- Zubereitungsarten: Braten, Räuchern, Sauer einlegen
- Nährwert: Geringer Fettgehalt, gute Proteinquelle. Aufgrund der Gräten und des geringen Fleischanteils selten als Speisefisch genutzt.
Wichtige Fakten
Namensherkunftinteresting
Der Name 'Frauenfisch' oder 'Virgo' (lateinisch für Jungfrau) bezieht sich möglicherweise auf die zarte Erscheinung des Fisches oder auf die Tatsache, dass er in der Vergangenheit oft übersehen oder mit dem Rotauge verwechselt wurde.
Indikatorartbehavior
Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Wasserqualität und Habitatveränderungen gilt der Frauenfisch als wichtige Indikatorart für intakte und saubere Fließgewässerökosysteme.
Hybridisierungevolution
Es gibt Berichte über Hybridisierungen zwischen Rutilus virgo und Rutilus rutilus, insbesondere in Gebieten, wo sich die Verbreitungsgebiete überschneiden und die Habitate gestört sind.
Laichverhaltenbehavior
Zur Laichzeit im Frühjahr bilden die Männchen einen Laichausschlag (Perlwarzen) am Kopf und Körper, was ihnen den alternativen Namen 'Perlfisch' eingebracht hat.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: not recommended
- Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Wie bei allen Fischen sollte man sie vorsichtig behandeln, um Verletzungen des Fisches zu vermeiden und die Schleimhaut nicht zu beschädigen.
Ähnliche Arten
Rotauge
Rutilus rutilus
Das Rotauge hat in der Regel eine intensivere Rotfärbung der Iris, einen gedrungeneren Körperbau und eine etwas variablere Schuppenanzahl entlang der Seitenlinie. Die Schlundzähne können ebenfalls variieren.
Häsling
Leuciscus leuciscus
Der Häsling hat ein unterständiges Maul, eine andere Flossenform und -färbung sowie eine andere Schuppenstruktur. Er ist schlanker und stromlinienförmiger.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cyprinidae
- Gattung
- Rutilus
- Art
- Rutilus virgo
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