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Röhrennasengrundel

Sicher

Proterorhinus semilunaris

Auch bekannt als: Kaukasische Grundel, Halbmond-Grundel

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Beschreibung

Die Röhrennasengrundel (Proterorhinus semilunaris) ist eine kleine, benthische Fischart aus der Familie der Grundeln (Gobiidae). Sie ist bekannt für ihre charakteristischen röhrenförmigen vorderen Nasenlöcher, die über die Oberlippe hinausragen. Ursprünglich im Schwarzmeer- und Kaspischen Meer beheimatet, hat sie sich als invasive Art in vielen europäischen und nordamerikanischen Süßwassersystemen etabliert. Sie ist ein opportunistischer Räuber und spielt eine Rolle in den Nahrungsnetzen der von ihr besiedelten Ökosysteme.

Körperliche Merkmale

Körperform
elongated
Färbung
Variiert von hellbraun bis olivgrün, oft mit dunklen Flecken und Marmorierungen, die eine gute Tarnung auf dem Bodengrund ermöglichen. Die Bauchseite ist heller, meist gelblich-weiß. Oft mit einem dunklen Fleck auf dem oberen Teil des Kiemendeckels.
Schuppentyp
ctenoid
Maulstellung
terminal
Besondere Merkmale
Röhrenförmige vordere Nasenlöcher, die deutlich über die Oberlippe hinausragen., Zwei Rückenflossen, die erste mit Stachelstrahlen, die zweite mit Weichstrahlen., Verschmolzene Bauchflossen, die eine Saugscheibe bilden., Ein dunkler Fleck auf dem oberen Teil des Kiemendeckels.
Rückenflosse
Zwei Rückenflossen: D1 VI-VII (Stachelstrahlen), D2 I/15-18 (ein Stachelstrahl, 15-18 Weichstrahlen).
Schwanzflosse
Abgerundet bis leicht gestutzt.
Brustflosse
Groß und fächerförmig, P 16-19.
Auffällige Flossen
Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verwachsen, typisch für Grundeln.

Bestimmungstipps

Nasenlöcher

Die röhrenförmigen vorderen Nasenlöcher, die über die Oberlippe hinausragen, sind das eindeutigste Merkmal zur Unterscheidung von anderen Grundelarten.

Kiemendeckelfleck

Ein dunkler Fleck auf dem oberen Teil des Kiemendeckels ist oft vorhanden und kann ein gutes Erkennungsmerkmal sein.

Körperfärbung und Musterung

Die Tarnfärbung mit Flecken und Marmorierungen ist typisch, aber nicht einzigartig. Die Form der Rückenflossen und die verwachsenen Bauchflossen sind ebenfalls charakteristisch für Grundeln.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Bevorzugt flache Bereiche, aber auch in Tiefen bis zu 15-20 Metern zu finden.
Umgebung
Benthisch, bevorzugt steinige, kiesige oder sandige Substrate mit Versteckmöglichkeiten. Kommt in Flüssen, Kanälen, Seen und Brackwasserbereichen vor. Toleriert eine breite Palette von Wasserbedingungen, einschließlich verschmutzter Gewässer.
Geografische Verbreitung
Ursprünglich Schwarzmeer- und Kaspisches Meer. Invasiv in weiten Teilen Europas (Donau, Rhein, Elbe, Oder, Weichsel und deren Nebenflüsse) und Nordamerika (Große Seen und angrenzende Flusssysteme).

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: territorial
  • Ernährung: carnivore
  • Mindestbeckengröße: 80 Liter
  • Temperatur: 10-25°C
  • pH-Wert: 7.0-8.0
  • Härte: 10-25 dGH
  • Verträglichkeit: Kann mit größeren, robusten Fischarten vergesellschaftet werden, die nicht als Beute angesehen werden. Kleinere Fische oder Wirbellose werden gefressen. Innerartlich territorial.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt viele Versteckmöglichkeiten (Steine, Wurzeln, Höhlen) und einen sandigen oder feinkiesigen Bodengrund. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Kann auch in Brackwasser gehalten werden.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Fortpflanzung hauptsächlich im Frühling und Sommer.
  • Marktpreis: Nicht kommerziell gefischt
  • Kommerzielle Bedeutung: none
  • Geschmack: Nicht üblicherweise verzehrt
  • Textur: Nicht üblicherweise verzehrt
  • Nährwert: Keine spezifischen Daten verfügbar, da nicht als Speisefisch genutzt.

Wichtige Fakten

Invasiver Erfolginteresting

Die Röhrennasengrundel ist eine der erfolgreichsten invasiven Fischarten in Europa und Nordamerika, was auf ihre hohe Anpassungsfähigkeit, schnelle Reproduktion und Toleranz gegenüber verschiedenen Umweltbedingungen zurückzuführen ist.

Namensgeberinteresting

Ihr Name 'Röhrennasengrundel' leitet sich von den charakteristischen röhrenförmigen vorderen Nasenlöchern ab, die ein einzigartiges Merkmal dieser Art sind.

Benthische Lebensweisebehavior

Als benthische Art verbringt die Röhrennasengrundel den Großteil ihres Lebens am Gewässerboden, wo sie sich von Wirbellosen ernährt und Verstecke sucht.

Brutpflegebehavior

Männliche Röhrennasengrundeln zeigen eine ausgeprägte Brutpflege, indem sie die Eier bewachen und belüften, bis sie schlüpfen.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: not recommended
  • Hinweise zum Umgang: Die Röhrennasengrundel ist nicht giftig oder gefährlich. Beim Hantieren ist Vorsicht geboten, um den Fisch nicht zu verletzen und um mögliche kleine Stacheln der Flossen zu vermeiden, die aber keine Gefahr darstellen. Sie können beißen, aber ihre Zähne sind zu klein, um menschliche Haut zu durchdringen.

Ähnliche Arten

Schwarzmundgrundel

Neogobius melanostomus

Die Schwarzmundgrundel hat keine röhrenförmigen Nasenlöcher, die über die Oberlippe hinausragen. Sie besitzt einen deutlichen schwarzen Fleck auf dem vorderen Teil der ersten Rückenflosse, der bei der Röhrennasengrundel fehlt. Die Schwarzmundgrundel wird zudem in der Regel größer.

Marmorierte Grundel

Proterorhinus marmoratus

Die Marmorierte Grundel ist eine marine/brackige Art, die im Schwarzen Meer und Mittelmeer vorkommt. Sie ist morphologisch sehr ähnlich zur Röhrennasengrundel, wurde aber genetisch als eigene Art bestätigt. Die Röhrennasengrundel (P. semilunaris) ist die Süßwasserform, die sich invasiv ausgebreitet hat. Eine sichere Unterscheidung erfordert oft genetische Analysen oder genaue Kenntnis des Fangortes und der Salinität.

Flussgrundel

Neogobius fluviatilis

Die Flussgrundel hat ebenfalls keine röhrenförmigen Nasenlöcher. Ihr Körper ist schlanker und sie besitzt oft eine Reihe von dunklen Flecken entlang der Seitenlinie. Der schwarze Fleck auf der ersten Rückenflosse fehlt auch hier.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Gobiiformes
Familie
Gobiidae
Gattung
Proterorhinus
Art
semilunaris

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