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App öffnenBeschreibung
Der Amerikanische Löffelstör (Polyodon spathula) ist eine einzigartige und urtümliche Süßwasserfischart, die zur Familie der Polyodontidae gehört. Er ist bekannt für seine lange, paddelförmige Schnauze, die etwa ein Drittel seiner Gesamtkörperlänge ausmachen kann. Diese Schnauze ist mit zahlreichen Elektrorezeptoren ausgestattet, die dem Fisch helfen, Plankton im trüben Wasser zu orten. Der Löffelstör ist ein Filtrierer und ernährt sich hauptsächlich von Zooplankton. Er ist einer der größten Süßwasserfische Nordamerikas und kann ein hohes Alter erreichen. Seine Haut ist glatt und schuppenlos, mit Ausnahme einiger kleiner Ganoidschuppen am oberen Lappen der Schwanzflosse bei Jungtieren, die bei adulten Tieren meist fehlen. Die Färbung variiert von olivgrün bis grau auf dem Rücken, mit einer helleren Bauchseite.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- torpedo
- Färbung
- Der Rücken ist typischerweise olivgrün bis grau, manchmal mit einem bläulichen Schimmer. Die Flanken sind heller und der Bauch ist weißlich. Die Färbung kann je nach Wasserbedingungen und Alter variieren.
- Schuppentyp
- none
- Maulstellung
- terminal
- Besondere Merkmale
- Extrem lange, paddelförmige Schnauze (Rostrum), die etwa ein Drittel der Gesamtkörperlänge ausmacht., Großes, endständiges Maul, das weit geöffnet werden kann, um Plankton zu filtern., Kiemendeckel sind verlängert und reichen bis über die Brustflossen hinaus., Haut ist glatt und schuppenlos (mit Ausnahme einiger kleiner Schuppen am oberen Schwanzflossenlappen bei Jungtieren)., Heterozerke Schwanzflosse (oberer Lappen länger als der untere).
- Rückenflosse
- Eine einzelne Rückenflosse, weit hinten am Körper platziert, mit 55-60 Weichstrahlen.
- Schwanzflosse
- Heterozerk, der obere Lappen ist länger als der untere, ähnlich wie bei Haien.
- Brustflosse
- Große, dreieckige Brustflossen, die relativ weit unten am Körper ansetzen.
- Auffällige Flossen
- Die Flossen sind gut entwickelt und ermöglichen eine kräftige Schwimmweise. Die Afterflosse ist klein und befindet sich direkt hinter der Rückenflosse.
Bestimmungstipps
Schnauze
Die extrem lange, paddelförmige Schnauze ist das auffälligste Merkmal und einzigartig unter den nordamerikanischen Süßwasserfischen. Sie ist flach und breit.
Haut
Die Haut ist glatt und schuppenlos, was ihn von den meisten anderen Fischarten unterscheidet.
Kiemendeckel
Die Kiemendeckel sind sehr lang und reichen weit nach hinten über die Brustflossen hinaus.
Maul
Das Maul ist groß und endständig, kann weit geöffnet werden und ist zahnlos (bei adulten Tieren).
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt tiefere, langsam fließende Bereiche großer Flüsse, Stauseen und Altarme, kann aber auch in flacheren Bereichen zur Nahrungssuche oder zum Laichen vorkommen.
- Umgebung
- Große Flüsse, Stauseen, Altarme und Seen mit trübem Wasser und reichlich Zooplankton. Benötigt Zugang zu Laichgründen mit Kies- oder Felsgrund und ausreichender Strömung.
- Geografische Verbreitung
- Historisch im gesamten Mississippi-Flusssystem und seinen Nebenflüssen in den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Montana im Westen bis Pennsylvania im Osten und von den Großen Seen im Norden bis zum Golf von Mexiko im Süden. Populationen sind in vielen Bereichen zurückgegangen oder lokal ausgestorben.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: expert
- Temperament: peaceful
- Ernährung: filter_feeder
- Mindestbeckengröße: Nicht für Heimaquarien geeignet; benötigt sehr große öffentliche Aquarien oder Teiche.
- Temperatur: 10-24°C
- pH-Wert: 6.5-8.0
- Härte: 5-20 dGH
- Verträglichkeit: Aufgrund seiner Größe und speziellen Ernährungsweise nur mit sehr großen, friedlichen Arten kompatibel, die ähnliche Wasserbedingungen bevorzugen und nicht als Beute angesehen werden können. Am besten in Artbecken oder sehr großen Gemeinschaftsbecken mit anderen großen, friedlichen Fischen.
- Besondere Anforderungen: Benötigt extrem große Becken mit viel freiem Schwimmraum. Die Wasserqualität muss exzellent sein, mit starker Filterung, um die hohe Biomasse zu bewältigen. Die Ernährung ist spezialisiert auf Zooplankton, was in Gefangenschaft eine Herausforderung darstellt und oft die Fütterung mit speziellem Planktonfutter oder feinem Granulat erfordert. Die lange Schnauze ist sehr empfindlich und erfordert eine Umgebung ohne scharfe Kanten oder Hindernisse, um Verletzungen zu vermeiden.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: vulnerable
- Saisonalität: Die Laichzeit findet im Frühjahr statt, typischerweise von März bis Juni, wenn die Wassertemperaturen steigen und die Flüsse Hochwasser führen. Die kommerzielle Fischerei ist oft saisonal reguliert, um die Laichbestände zu schützen.
- Marktpreis: Hoch, insbesondere für Kaviar (Rogen)
- Kommerzielle Bedeutung: high
- Geschmack: Mild, fleischig, ähnlich wie Stör
- Textur: Fest, fleischig
- Zubereitungsarten: Räuchern, Grillen, Braten, Dünsten
- Nährwert: Reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen und Vitaminen.
Wichtige Fakten
Urtümlicher Fischevolution
Der Amerikanische Löffelstör gehört zu einer der ältesten Fischfamilien der Welt, deren Ursprünge bis in die Kreidezeit zurückreichen. Er wird oft als 'lebendes Fossil' bezeichnet.
Elektrorezeptoreninteresting
Die lange, paddelförmige Schnauze ist mit Tausenden von Elektrorezeptoren (Ampullae of Lorenzini) ausgestattet, die es dem Fisch ermöglichen, schwache elektrische Felder von Zooplankton im trüben Wasser zu detektieren.
Filtriererbehavior
Im Gegensatz zu den meisten anderen großen Süßwasserfischen ist der Löffelstör ein reiner Filtrierer, der sich ausschließlich von Zooplankton ernährt, das er durch sein weit geöffnetes Maul aus dem Wasser filtert.
Langlebigkeitrecord
Löffelstöre können ein hohes Alter erreichen, wobei Exemplare von über 50 Jahren dokumentiert wurden. Dies macht sie anfällig für Überfischung und Umweltveränderungen.
Kaviarproduktioninteresting
Der Rogen des Löffelstörs wird als Kaviar vermarktet und ist aufgrund seiner Ähnlichkeit mit echtem Störkaviar sehr begehrt, was zu erheblichem Fischereidruck geführt hat.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Der Amerikanische Löffelstör ist für den Menschen ungefährlich. Beim Umgang mit größeren Exemplaren ist Vorsicht geboten, da sie kräftig sind und mit ihrer Größe und ihrem Gewicht Verletzungen verursachen können, wenn sie zappeln. Die lange Schnauze ist empfindlich und sollte nicht grob behandelt werden, um Verletzungen des Fisches zu vermeiden. Angler sollten darauf achten, den Fisch schnell und schonend zurückzusetzen, wenn er nicht entnommen wird.
Ähnliche Arten
Chinesischer Schwertstör
Psephurus gladius
Der Chinesische Schwertstör hatte eine spitzere, schwertförmige Schnauze und war im Jangtsekiang-Flusssystem in China beheimatet. Er ist leider seit 2020 als ausgestorben eingestuft. Der Amerikanische Löffelstör hat eine breitere, paddelförmige Schnauze.
Störe (Acipenseridae)
Acipenser spp., Scaphirhynchus spp.
Störe besitzen fünf Reihen knöcherner Schilde (Scutes) auf ihrem Körper und haben eine kürzere, konische oder abgeflachte Schnauze mit Barteln vor dem unterständigen Maul. Löffelstöre haben eine glatte, schuppenlose Haut und eine extrem lange, paddelförmige Schnauze mit einem endständigen Maul.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Acipenseriformes
- Familie
- Polyodontidae
- Gattung
- Polyodon
- Art
- Polyodon spathula
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