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Marmorierte Grundel

Sicher

Perccottus glenii

Auch bekannt als: Amur-Schläfergrundel, Chinesische Schläfergrundel, Amur-Grundel, Schläfergrundel

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Beschreibung

Die Marmorierte Grundel (Perccottus glenii) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Odontobutidae. Ursprünglich in Ostasien beheimatet, hat sie sich als invasive Art in weiten Teilen Europas und Asiens etabliert. Sie ist bekannt für ihre Robustheit, Anpassungsfähigkeit und ihr räuberisches Verhalten, was sie zu einer potenziellen Bedrohung für heimische Fischfauna macht. Ihr Name leitet sich von ihrer charakteristischen marmorierten Färbung ab.

Körperliche Merkmale

Körperform
elongated
Färbung
Die Grundfärbung variiert von gelblich-braun bis olivgrün, oft mit einer komplexen, unregelmäßigen, dunklen Marmorierung oder Fleckenmusterung, die eine hervorragende Tarnung bietet. Der Bauch ist heller, oft weißlich oder gelblich. Die Färbung kann sich je nach Umgebung und Stimmung ändern.
Schuppentyp
ctenoid
Maulstellung
terminal
Besondere Merkmale
Großer Kopf mit breitem Maul, Zwei getrennte Rückenflossen, Große Brustflossen, Abgerundete Schwanzflosse, Kleine, raue Schuppen, Auffällige marmorierte Musterung
Rückenflosse
Zwei getrennte Rückenflossen: die erste mit 6-8 Hartstrahlen, die zweite mit 1 Hartstrahl und 9-11 Weichstrahlen.
Schwanzflosse
Abgerundet (rundlich bis leicht gestutzt).
Brustflosse
Groß und fächerförmig, typischerweise mit 15-18 Weichstrahlen.
Auffällige Flossen
Die Bauchflossen sind brustständig und nicht zu einem Saugnapf verwachsen, im Gegensatz zu echten Grundeln (Gobiidae).

Bestimmungstipps

Körperform und Größe

Ein gedrungener, zylindrischer Körper mit einem großen Kopf. Erreicht eine durchschnittliche Länge von 15-25 cm, maximal bis zu 30 cm.

Färbung und Musterung

Die charakteristische marmorierte Musterung aus dunklen Flecken auf hellem Grund ist ein Schlüsselmerkmal. Die Intensität kann variieren.

Flossen

Zwei deutlich getrennte Rückenflossen und eine abgerundete Schwanzflosse. Die Bauchflossen sind nicht zu einem Saugnapf verwachsen, was sie von echten Grundeln unterscheidet.

Maul

Ein großes, endständiges Maul mit kräftigen Kiefern, das auf ihre räuberische Lebensweise hinweist.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Bevorzugt flache bis mittlere Tiefen, typischerweise bis zu 2-3 Meter, kann aber auch in tieferen Bereichen gefunden werden.
Umgebung
Lebt in einer Vielzahl von Süßwasserhabitaten, darunter langsam fließende Flüsse, Altarme, Seen, Teiche, Gräben und Sümpfe. Bevorzugt dichte Vegetation, Wurzeln, Totholz und steinige Strukturen als Verstecke. Sehr tolerant gegenüber niedrigen Sauerstoffkonzentrationen und Temperaturschwankungen. Kann auch in Brackwasserbereichen überleben.
Geografische Verbreitung
Ursprünglich im Amur-Becken (Ostasien) beheimatet. Als invasive Art hat sie sich in weiten Teilen Osteuropas (z.B. Russland, Ukraine, Weißrussland, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Deutschland, Österreich) und Teilen Zentralasiens ausgebreitet.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: aggressive
  • Ernährung: carnivore
  • Mindestbeckengröße: 200 Liter für ein Einzeltier, größer für Gruppen oder zur Vergesellschaftung (was nicht empfohlen wird)
  • Temperatur: 10-25°C (sehr tolerant, bevorzugt kühlere Temperaturen)
  • pH-Wert: 6.0-8.0
  • Härte: 5-20 dGH
  • Verträglichkeit: Nicht für Gesellschaftsbecken geeignet. Sollte einzeln oder in einem Artenbecken mit sehr robusten, ähnlich großen Fischen gehalten werden, die nicht als Beute angesehen werden. Kann innerartlich aggressiv sein, besonders bei unzureichendem Platz.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt viele Versteckmöglichkeiten (Wurzeln, Steine, Höhlen). Ein sandiger oder feiner Kiesboden ist ideal. Eine gute Filterung ist wichtig, da sie viel Futter aufnimmt und entsprechend Ausscheidungen produziert. Kann auch in ungeheizten Aquarien gehalten werden.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Fortpflanzung hauptsächlich im Frühjahr und Frühsommer (Mai bis Juli), abhängig von der Wassertemperatur.
  • Marktpreis: Gering bis nicht vorhanden als Speisefisch; gelegentlich im Aquarienhandel erhältlich, Preis variiert.
  • Kommerzielle Bedeutung: none
  • Geschmack: Nicht weit verbreitet als Speisefisch. Berichte variieren, aber oft als 'erdig' oder 'schlammig' beschrieben.
  • Textur: Festes, weißes Fleisch.
  • Zubereitungsarten: Braten, Frittieren, Räuchern
  • Nährwert: Ähnlich wie andere Süßwasserfische, reich an Proteinen und Omega-3-Fettsäuren, sofern die Wasserqualität gut ist.

Wichtige Fakten

Invasiver Erobereramazing

Die Marmorierte Grundel ist eine der erfolgreichsten invasiven Fischarten in Europa und hat sich in vielen Gewässern etabliert, oft mit negativen Auswirkungen auf die heimische Fischfauna.

Winterstarrebehavior

Sie ist in der Lage, sich bei extrem kalten Temperaturen im Schlamm einzugraben und eine Art Winterstarre zu halten, was ihr Überleben in eisigen Gewässern ermöglicht.

Allesfresser mit Vorliebebehavior

Obwohl sie als Raubfisch gilt, frisst sie ein breites Spektrum an Beute, darunter Insektenlarven, Krebstiere, Würmer und auch Fischlaich und Jungfische, was sie zu einem effektiven Konkurrenten macht.

Hohe Toleranzamazing

Die Marmorierte Grundel ist extrem tolerant gegenüber schlechter Wasserqualität, niedrigen Sauerstoffwerten und großen Temperaturschwankungen, was ihre Ausbreitung begünstigt.

Brutpflegebehavior

Männliche Marmorierte Grundeln betreiben Brutpflege, indem sie die Eier bewachen und vor Fressfeinden schützen, bis die Larven schlüpfen.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: not recommended
  • Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Kann bei unsachgemäßer Handhabung beißen, aber dies ist nicht gefährlich. Vorsicht ist geboten, um den Fisch nicht zu verletzen.

Ähnliche Arten

Schwarzmundgrundel

Neogobius melanostomus

Die Schwarzmundgrundel hat eine einzelne, saugnapfartige Bauchflosse, die aus zwei verwachsenen Flossen besteht. Sie besitzt zudem einen charakteristischen schwarzen Fleck auf der ersten Rückenflosse. Die Marmorierte Grundel hat zwei getrennte Bauchflossen und keinen solchen Fleck.

Flussgrundel

Neogobius fluviatilis

Ähnlich wie die Schwarzmundgrundel besitzt die Flussgrundel eine verwachsene Bauchflosse. Ihre Färbung ist oft weniger stark marmoriert und eher sandfarben mit dunkleren Flecken in Reihen. Die Marmorierte Grundel ist gedrungener und hat eine ausgeprägtere, unregelmäßige Marmorierung.

Kessler-Grundel

Ponticola kessleri

Auch die Kessler-Grundel hat eine verwachsene Bauchflosse. Sie ist in der Regel größer und kräftiger gebaut als die Marmorierte Grundel und weist eine andere Kopfform sowie eine weniger ausgeprägte Marmorierung auf.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Gobiiformes
Familie
Odontobutidae
Gattung
Perccottus
Art
Perccottus glenii

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