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App öffnenBeschreibung
Die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) ist eine invasive Fischart aus der Familie der Grundeln (Gobiidae), die ursprünglich aus dem Schwarzmeer- und Kaspischen Meer stammt. Sie zeichnet sich durch einen langgestreckten, zylindrischen Körper und eine charakteristische Bauchflosse aus, die zu einem Saugnapf verwachsen ist. Diese Art ist bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit und hat sich in vielen europäischen Flusssystemen etabliert, wo sie oft hohe Populationsdichten erreicht und Auswirkungen auf die heimische Fischfauna haben kann.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- elongated
- Färbung
- Grundfärbung variabel, meist graubraun bis olivgrün mit dunklen Flecken und Bändern, die eine gute Tarnung auf dem Gewässergrund ermöglichen. Die Flossen sind oft gefleckt.
- Schuppentyp
- ctenoid
- Maulstellung
- terminal
- Besondere Merkmale
- Vollständig verwachsene Bauchflossen, die einen Saugnapf bilden, Zwei getrennte Rückenflossen, Großer Kopf mit endständigem Maul, Ein dunkler Fleck auf dem oberen Teil der ersten Rückenflosse
- Rückenflosse
- Zwei Rückenflossen: die erste mit 6-7 Hartstrahlen, die zweite mit 1 Hartstrahl und 14-18 Weichstrahlen.
- Schwanzflosse
- Abgerundet bis leicht gestutzt.
- Brustflosse
- Groß und fächerförmig, mit 16-19 Strahlen.
- Auffällige Flossen
- Bauchflossen sind zu einem Saugnapf verwachsen (pelvic disc), typisch für Grundeln.
Bestimmungstipps
Bauchflosse
Die Bauchflossen sind vollständig zu einem Saugnapf verwachsen, der es der Grundel ermöglicht, sich an Steinen oder anderen Substraten festzuhalten. Dies ist ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung von anderen Fischarten.
Rückenflossen
Zwei deutlich getrennte Rückenflossen. Die erste Rückenflosse ist kürzer und höher als die zweite und trägt oft einen charakteristischen dunklen Fleck am oberen Rand.
Kopfform
Relativ großer Kopf mit einem breiten, endständigen Maul. Die Augen sind hoch am Kopf positioniert.
Färbung und Musterung
Die graubraune bis olivgrüne Grundfärbung mit unregelmäßigen dunklen Flecken und Bändern dient der Tarnung und ist typisch für die Art.
Größe
Erwachsene Tiere erreichen typischerweise eine Länge von 10-20 cm, maximal bis zu 25-30 cm.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt flache bis mittlere Tiefen (0,5 - 10 Meter), kann aber auch in tieferen Bereichen vorkommen.
- Umgebung
- Flüsse, Kanäle, Seen und Brackwasserbereiche. Bevorzugt steinige, kiesige oder sandige Böden mit vielen Versteckmöglichkeiten wie Steinen, Wurzeln und versunkenem Holz. Toleriert auch schlammige Substrate und mäßige Strömung.
- Geografische Verbreitung
- Ursprünglich aus dem Schwarzmeer- und Kaspischen Meer sowie deren Zuflüssen. Durch anthropogene Verschleppung (Ballastwasser, Kanalverbindungen) heute weit verbreitet in vielen europäischen Flusssystemen, darunter Rhein, Donau, Elbe, Oder und deren Nebenflüsse.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: intermediate
- Temperament: territorial
- Ernährung: carnivore
- Mindestbeckengröße: 100 Liter
- Temperatur: 10-25°C
- pH-Wert: 7.0-8.0
- Härte: 10-25 dGH
- Verträglichkeit: Kann mit größeren, robusten Fischarten vergesellschaftet werden, die nicht als Beute angesehen werden. Kleinere Fische oder Wirbellose werden gefressen. Innerartlich territorial, besonders Männchen während der Brutzeit.
- Besondere Anforderungen: Benötigt viele Versteckmöglichkeiten wie Steine, Wurzeln und Höhlen. Ein sandiger oder feinkiesiger Bodengrund ist ideal, da sie gerne graben. Gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Laichzeit von April bis August.
- Marktpreis: Gering bis nicht vorhanden
- Kommerzielle Bedeutung: none
- Geschmack: Mild, leicht erdig
- Textur: Festes, weißes Fleisch
- Zubereitungsarten: Braten, Frittieren, Räuchern
- Nährwert: Geringer Fettgehalt, gute Proteinquelle.
Wichtige Fakten
Invasiver Erfolginteresting
Die Flussgrundel ist eine der erfolgreichsten invasiven Fischarten in Europa und hat sich in vielen großen Flusssystemen etabliert, oft mit negativen Auswirkungen auf die heimische Fischfauna.
Saugnapf-Bauchflosseamazing
Ihre zu einem Saugnapf verwachsenen Bauchflossen ermöglichen es ihr, sich auch in starker Strömung am Gewässergrund festzuhalten, was ihr einen Überlebensvorteil verschafft.
Brutpflegebehavior
Männliche Flussgrundeln betreiben intensive Brutpflege, indem sie die Eier bewachen und mit ihren Flossen Frischwasser zufächeln, bis die Larven schlüpfen.
Diät-Generalistbehavior
Als opportunistischer Räuber ernährt sich die Flussgrundel von einer Vielzahl von Beutetieren, darunter Insektenlarven, Krebstiere, Würmer und Fischlaich, was zu Konkurrenz mit heimischen Arten führt.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Die Flussgrundel ist nicht giftig oder gefährlich. Beim Hantieren ist Vorsicht geboten, da sie scharfe Flossenstrahlen besitzen kann, die zu kleinen Stichverletzungen führen können. Es wird empfohlen, Handschuhe zu tragen, um Verletzungen zu vermeiden und die Schleimschicht des Fisches zu schützen.
Ähnliche Arten
Schwarzmund-Grundel
Neogobius melanostomus
Die Schwarzmund-Grundel hat einen deutlich sichtbaren schwarzen Fleck auf dem hinteren Teil der ersten Rückenflosse, der bei der Flussgrundel fehlt oder nur schwach ausgeprägt ist. Zudem ist der Kiemendeckel bei der Schwarzmund-Grundel oft mit einem schwarzen Fleck versehen, der bei der Flussgrundel fehlt. Die Flussgrundel hat in der Regel eine spitzere Schnauze und einen schlankeren Körperbau.
Marmorierte Grundel
Proterorhinus marmoratus
Die Marmorierte Grundel besitzt charakteristische röhrenförmige Nasenlöcher, die bei der Flussgrundel nicht vorhanden sind. Ihr Körper ist zudem meist stärker marmoriert und sie bleibt in der Regel kleiner.
Kessler-Grundel
Ponticola kessleri
Die Kessler-Grundel ist in der Regel größer und kräftiger gebaut als die Flussgrundel. Sie besitzt oft eine auffälligere Zeichnung mit größeren, dunklen Flecken und eine höhere Anzahl an Weichstrahlen in der zweiten Rückenflosse (18-22 im Vergleich zu 14-18 bei N. fluviatilis).
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Gobiiformes
- Familie
- Gobiidae
- Gattung
- Neogobius
- Art
- Neogobius fluviatilis
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