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Myleus rubripinnis, bekannt als Roter Myleus oder Rotsaum-Scheibensalmler, ist ein mittelgroßer Süßwasserfisch aus der Familie der Serrasalmidae, zu der auch Piranhas und Pacus gehören. Er zeichnet sich durch seine scheibenförmige, seitlich stark abgeflachte Körperform und die auffällige rote Färbung seiner Flossen aus, insbesondere der Afterflosse und der Schwanzflosse. Diese Art ist primär herbivor und spielt eine wichtige Rolle in den Ökosystemen Südamerikas als Samenverbreiter und Pflanzenfresser. Sie ist sowohl in der Aquaristik als auch in der lokalen Fischerei von Bedeutung.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- compressed
- Färbung
- Der Körper ist silbrig-grau bis leicht bläulich, oft mit einem dunklen Fleck hinter dem Kiemendeckel. Die namensgebenden Flossen, insbesondere die Afterflosse und die Schwanzflosse, sind leuchtend rot gefärbt, wobei die Afterflosse oft einen schwarzen Saum aufweist. Jungtiere können eine intensivere Rotfärbung zeigen, die mit dem Alter etwas verblassen kann.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- terminal
- Besondere Merkmale
- Scheibenförmiger, seitlich stark abgeflachter Körper, Leuchtend rote After- und Schwanzflosse, Einzigartige Zahnstruktur, angepasst an pflanzliche Nahrung, Oft ein dunkler Schulterfleck
- Rückenflosse
- Eine einzelne, hohe Rückenflosse, die relativ weit hinten am Körper ansetzt.
- Schwanzflosse
- Gabelig, mit leuchtend roter Färbung und oft einem schwarzen Saum.
- Brustflosse
- Relativ klein und transparent.
- Auffällige Flossen
- Die Afterflosse ist lang und tiefrot gefärbt, oft mit einem markanten schwarzen Rand, der sich von der roten Grundfarbe abhebt. Die Bauchflossen sind ebenfalls rötlich.
Bestimmungstipps
Körperform
Stark abgeflachter, scheibenförmiger Körper, der an einen großen Diskus erinnert.
Flossenfärbung
Die leuchtend rote Afterflosse und Schwanzflosse, oft mit einem schwarzen Saum an der Afterflosse, sind das markanteste Merkmal.
Zahnstruktur
Obwohl nicht direkt sichtbar, sind die abgeflachten, blattförmigen Zähne ein Indikator für die herbivore Ernährung und unterscheiden ihn von räuberischen Piranhas.
Größe
Erwachsene Exemplare erreichen eine beträchtliche Größe, was sie von kleineren Salmlerarten unterscheidet.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt mittlere bis tiefere Wasserschichten, kann aber auch in flacheren, pflanzenreichen Uferzonen gefunden werden.
- Umgebung
- Lebt in großen Flüssen, Nebenflüssen und Überschwemmungsgebieten des Amazonas- und Orinoco-Beckens. Bevorzugt Bereiche mit dichter Vegetation, versunkenen Ästen und Wurzeln, die Schutz und Nahrung bieten. Auch in Schwarzwasser- und Klarwasserflüssen anzutreffen.
- Geografische Verbreitung
- Südamerika: Amazonas-Becken (Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Bolivien) und Orinoco-Becken (Venezuela, Kolumbien).
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: intermediate
- Temperament: semi-aggressive
- Ernährung: herbivore
- Mindestbeckengröße: 800 Liter
- Temperatur: 23-28°C
- pH-Wert: 5.5-7.5
- Härte: 2-15 dGH
- Verträglichkeit: Kann mit anderen großen, robusten und friedlichen bis semi-aggressiven Arten vergesellschaftet werden, die ähnliche Wasserparameter bevorzugen. Kleinere Fische werden als Beute angesehen. Eine Gruppenhaltung von mindestens 5-7 Tieren ist empfehlenswert, um Aggressionen zu verteilen.
- Besondere Anforderungen: Benötigt ein sehr großes Aquarium mit viel freiem Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln und robuste Pflanzen. Eine starke Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind aufgrund der Größe und des Stoffwechsels der Tiere unerlässlich. Eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Ganzjährig verfügbar, jedoch können Fangmengen saisonal schwanken, insbesondere während der Regen- und Trockenzeiten, die das Wanderverhalten beeinflussen.
- Marktpreis: Variiert je nach Größe und Herkunft, kann für größere Exemplare hoch sein.
- Kommerzielle Bedeutung: medium
- Geschmack: Mild, weißes Fleisch
- Textur: Fest
- Zubereitungsarten: Grillen, Braten, Dünsten
- Nährwert: Gute Proteinquelle, geringer Fettgehalt.
Wichtige Fakten
Pflanzenfresser mit Piranha-Verwandtschaftinteresting
Obwohl Myleus rubripinnis zur Familie der Serrasalmidae gehört, die auch die berüchtigten Piranhas umfasst, ist er ein reiner Pflanzenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Früchten, Samen und Wasserpflanzen.
Samenverbreiterbehavior
Durch den Verzehr von Früchten und Samen und deren anschließende Ausscheidung tragen Rote Myleus maßgeblich zur Verbreitung von Pflanzenarten in ihren aquatischen Ökosystemen bei, ähnlich wie Vögel oder Säugetiere an Land.
Sozialverhaltenbehavior
Diese Fische sind in der Natur oft in größeren Gruppen anzutreffen. Eine Gruppenhaltung im Aquarium ist wichtig, um ihr natürliches Sozialverhalten zu fördern und Aggressionen untereinander zu minimieren.
Namensgebunginteresting
Der Name 'rubripinnis' leitet sich vom Lateinischen 'ruber' (rot) und 'pinna' (Flosse) ab und bezieht sich direkt auf die auffällige rote Färbung ihrer Flossen.
Sicherheitsinformationen
Vorsichtig behandeln- Sicherheitsstufe: caution
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Obwohl Myleus rubripinnis primär herbivor ist, können größere Exemplare kräftige Bisse verursachen, insbesondere wenn sie sich bedroht fühlen. Ihre Zähne sind zwar für pflanzliche Nahrung ausgelegt, können aber bei unvorsichtigem Umgang Verletzungen verursachen. Vorsicht beim Hantieren ist geboten, insbesondere beim Umsetzen oder Fangen der Tiere. Sie sind nicht giftig oder venomös.
Ähnliche Arten
Silberner Myleus
Myleus schomburgkii
Myleus schomburgkii hat eine ähnliche Körperform, aber die Flossen sind weniger intensiv rot gefärbt und oft eher orange oder gelblich. Zudem fehlt der ausgeprägte schwarze Saum an der Afterflosse, der für M. rubripinnis charakteristisch ist. M. schomburgkii weist oft auch einen vertikalen schwarzen Streifen auf dem Körper auf.
Schwarzer Pacu
Colossoma macropomum
Der Schwarze Pacu ist deutlich größer und robuster gebaut. Seine Flossen sind in der Regel dunkler und nicht so leuchtend rot wie bei Myleus rubripinnis. Colossoma macropomum hat auch eine andere Maul- und Zahnstruktur, obwohl beide Arten herbivor sind.
Roter Pacu
Piaractus brachypomus
Der Rote Pacu ist ebenfalls größer und hat eine rötliche Färbung am Bauch und an den Flossen, die jedoch nicht so intensiv und spezifisch auf die After- und Schwanzflosse beschränkt ist wie bei Myleus rubripinnis. Piaractus brachypomus hat auch eine andere Kopfform und Zahnstruktur.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Characiformes
- Familie
- Serrasalmidae
- Gattung
- Myleus
- Art
- Myleus rubripinnis
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