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App öffnenBeschreibung
Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Steinbeißer (Cobitidae). Er ist bekannt für seine Fähigkeit, atmosphärischen Sauerstoff über den Darm aufzunehmen und bei ungünstigen Bedingungen, wie Sauerstoffmangel oder Austrocknung, im Schlamm zu überleben. Sein Name 'Wetterschmerle' rührt von seiner erhöhten Aktivität bei Wetterumschwüngen her, insbesondere vor Gewittern, wenn der Luftdruck sinkt. Er ist ein nachtaktiver, bodenlebender Fisch, der sich tagsüber oft im Schlamm oder unter Vegetation versteckt.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- eel-like
- Färbung
- Der Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Die Grundfärbung variiert von gelblich-braun bis olivgrün, oft mit einer Reihe dunkler Flecken entlang der Seitenlinie und unregelmäßigen dunklen Marmorierungen auf dem Rücken. Die Bauchseite ist heller, meist gelblich-weiß.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- inferior
- Besondere Merkmale
- Fünf Paar Barteln um das Maul (insgesamt 10 Barteln), die zur Nahrungssuche im Schlamm dienen., Kleine, in die Haut eingebettete Schuppen, die dem Fisch eine glatte, schleimige Oberfläche verleihen., Die Fähigkeit zur Darmatmung, erkennbar an der Aufnahme von Luft an der Wasseroberfläche und dem Ausstoßen von Gasblasen am Anus., Ein dunkler Längsstreifen, der sich von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel zieht.
- Rückenflosse
- Kurz, mit 2-3 ungeteilten und 6-8 geteilten Weichstrahlen, weit hinten am Körper positioniert.
- Schwanzflosse
- Abgerundet bis leicht eingekerbt, mit 12-14 Strahlen.
- Brustflosse
- Relativ klein, abgerundet, mit 8-9 Strahlen.
- Auffällige Flossen
- Die Flossen sind meist unscheinbar gefärbt, oft mit dunklen Punkten oder Streifen.
Bestimmungstipps
Barteln
Zehn Barteln um das Maul sind ein eindeutiges Merkmal, das ihn von den meisten anderen heimischen Fischarten unterscheidet.
Körperform und Färbung
Der langgestreckte, aalartige Körper mit der typischen braun-olivgrünen Marmorierung und dem dunklen Längsstreifen ist charakteristisch.
Verhalten
Das Eingraben in den Bodengrund und die Darmatmung (Luftschnappen an der Oberfläche) sind spezifische Verhaltensweisen.
Schuppen
Die sehr kleinen, in die Haut eingebetteten Schuppen verleihen dem Fisch eine glatte, schleimige Oberfläche, im Gegensatz zu den größeren Schuppen vieler anderer Fischarten.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt flache Gewässer, meist unter 2 Metern Tiefe.
- Umgebung
- Lebt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern wie Teichen, Altwassern, Gräben, Mooren und Seen mit schlammigem oder sandigem Bodengrund und dichter Ufervegetation. Er ist sehr tolerant gegenüber Sauerstoffmangel und kann auch in Gewässern mit geringer Wasserqualität überleben.
- Geografische Verbreitung
- Ursprünglich in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet, von Frankreich im Westen bis zum Amur im Osten. In Mitteleuropa ist er in vielen Regionen selten geworden oder verschwunden, während er in Osteuropa noch häufiger vorkommt.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: intermediate
- Temperament: peaceful
- Ernährung: omnivore
- Mindestbeckengröße: 200 Liter
- Temperatur: 10-25°C
- pH-Wert: 6.0-7.5
- Härte: 5-20 dGH
- Verträglichkeit: Sehr friedlich und gut mit anderen friedlichen, nicht zu kleinen Fischarten vergesellschaftbar. Vorsicht bei sehr kleinen Fischen oder Garnelen, die als Beute angesehen werden könnten.
- Besondere Anforderungen: Benötigt einen weichen Bodengrund (Sand oder feiner Kies), in den er sich eingraben kann. Dichte Bepflanzung und Versteckmöglichkeiten sind essenziell. Eine gute Filterung ist wichtig, aber die Strömung sollte nicht zu stark sein. Eine Abdeckung ist ratsam, da sie zum Springen neigen können.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: vulnerable
- Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Fortpflanzung im Frühjahr (April-Juni).
- Marktpreis: Gering
- Kommerzielle Bedeutung: low
- Geschmack: Mild, leicht erdig
- Textur: Fest, zart
- Zubereitungsarten: Braten, Frittieren, Räuchern
- Nährwert: Geringer Fettgehalt, reich an Proteinen.
Wichtige Fakten
Wetterfrosch der Fischebehavior
Der Schlammpeitzger ist bekannt für seine Fähigkeit, auf Änderungen des Luftdrucks zu reagieren. Bei sinkendem Luftdruck, oft vor Gewittern, wird er sehr aktiv und schwimmt unruhig an der Oberfläche, was ihm den Beinamen 'Wetterschmerle' eingebracht hat.
Darmatmungamazing
Er kann atmosphärischen Sauerstoff über seinen stark vaskularisierten Darm aufnehmen. Dies ermöglicht ihm das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern oder sogar das Eingraben im Schlamm bei Austrocknung des Gewässers.
Überlebenskünstleramazing
Der Schlammpeitzger kann bis zu mehreren Monaten im feuchten Schlamm überleben, indem er eine Schleimhülle bildet und seinen Stoffwechsel reduziert. Dies ist eine Anpassung an periodisch austrocknende Lebensräume.
Nachtaktiver Jägerbehavior
Er ist hauptsächlich nachtaktiv und nutzt seine empfindlichen Barteln, um im Bodengrund nach kleinen Wirbellosen, Insektenlarven und Pflanzenresten zu suchen.
Indikatorartinteresting
Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber Gewässerverschmutzung und Lebensraumverlust gilt der Schlammpeitzger in vielen Regionen als Indikatorart für intakte, naturnahe Gewässer.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Der Schlammpeitzger ist harmlos. Beim Hantieren sollte man vorsichtig sein, da er sehr glitschig ist und sich winden kann. Er kann einen Schleim absondern, der die Hände rutschig macht. Es sind keine giftigen Stacheln oder andere Gefahren bekannt.
Ähnliche Arten
Steinbeißer
Cobitis taenia
Der Steinbeißer ist kleiner (max. 12 cm), hat nur sechs Barteln und einen Dorn unter dem Auge, der beim Schlammpeitzger fehlt. Seine Färbung ist meist heller und weniger marmoriert.
Goldfisch
Carassius auratus
Goldfische haben keine Barteln, eine hochrückigere Körperform und deutlich größere Schuppen. Sie sind oft leuchtend orange oder rot gefärbt.
Aal
Anguilla anguilla
Der Aal hat keine Barteln, eine durchgehende Rücken-, Schwanz- und Afterflosse und eine völlig andere Maulform. Seine Haut ist schuppenlos oder mit sehr kleinen, tief eingebetteten Schuppen versehen, aber die Körperform ist deutlich schlanker und zylindrischer.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cobitidae
- Gattung
- Misgurnus
- Art
- Misgurnus fossilis
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