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App öffnenBeschreibung
Das Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) ist ein kieferloses Wirbeltier aus der Familie der Neunaugen (Petromyzontidae). Es gehört zu den anadromen Wanderfischen, die zum Laichen vom Meer in Süßwasserflüsse aufsteigen. Es zeichnet sich durch seinen aalartigen Körperbau und das Fehlen von Kiefern und paarigen Flossen aus. Stattdessen besitzt es eine runde, saugnapfartige Mundscheibe mit Hornzähnen. Die Larvenstadien, Querder genannt, leben als Filtrierer im Sediment von Flüssen und Bächen.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- eel-like
- Färbung
- Rücken dunkelgrau bis bläulich-schwarz, Flanken heller, Bauch silbrig-weiß. Jungtiere (Querder) sind gelblich-braun.
- Schuppentyp
- none
- Maulstellung
- inferior
- Besondere Merkmale
- Kieferloser, aalartiger Körperbau, Runde Mundscheibe mit konzentrisch angeordneten Hornzähnen, Sieben Kiemenöffnungen auf jeder Seite hinter dem Auge, Zwei getrennte Rückenflossen, die kurz vor der Schwanzflosse beginnen, Keine paarigen Flossen (Brust- und Bauchflossen fehlen)
- Rückenflosse
- Zwei getrennte Rückenflossen, die zweite ist größer und setzt sich in die Schwanzflosse fort.
- Schwanzflosse
- Abgerundet, leicht nach oben gebogen (diphyser Schwanzflosse).
- Brustflosse
- Fehlen vollständig.
- Auffällige Flossen
- Keine paarigen Flossen vorhanden.
Bestimmungstipps
Mundscheibe
Die Mundscheibe ist bei adulten Tieren deutlich sichtbar, rund und mit Hornzähnen besetzt. Bei Querdern ist sie noch nicht voll entwickelt.
Kiemenöffnungen
Sieben kleine, runde Kiemenöffnungen sind in einer Reihe hinter dem Auge auf jeder Seite des Kopfes sichtbar.
Flossen
Das Fehlen von paarigen Flossen (Brust- und Bauchflossen) ist ein eindeutiges Merkmal. Die beiden Rückenflossen sind deutlich getrennt.
Größe
Adulte Tiere erreichen eine Länge von 25 bis 50 cm, selten bis zu 60 cm.
Lebensraum
- Wassertyp
- brackish
- Tiefe
- Adulte Tiere im Meer in Küstennähe und Flussmündungen, Larven in flachen, sandigen oder schlammigen Flussabschnitten (0,5 - 2 m).
- Umgebung
- Adulte Tiere leben im Meer und wandern zum Laichen in Süßwasserflüsse mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser und sandig-kiesigem Grund. Larven leben eingegraben in feinem Sediment von Flüssen und Bächen.
- Geografische Verbreitung
- Küstenregionen und Flusssysteme des Nordatlantiks, der Nord- und Ostsee sowie angrenzender Binnengewässer in Europa. Verbreitung reicht von Portugal bis Finnland und Russland.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: expert
- Temperament: peaceful
- Ernährung: filter_feeder
- Mindestbeckengröße: Nicht für Aquarienhaltung geeignet
- Temperatur: Nicht für Aquarienhaltung geeignet
- pH-Wert: Nicht für Aquarienhaltung geeignet
- Härte: Nicht für Aquarienhaltung geeignet
- Verträglichkeit: Nicht für Aquarienhaltung geeignet
- Besondere Anforderungen: Das Flussneunauge ist aufgrund seiner komplexen Lebensweise und seiner Größe nicht für die private Aquarienhaltung geeignet. Es ist eine geschützte Art und seine Haltung erfordert spezielle Genehmigungen und Einrichtungen.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Laichwanderung im Herbst und Winter, Laichzeit im Frühjahr. Fangzeit variiert regional, oft im Herbst/Winter.
- Marktpreis: Variiert regional, oft als Delikatesse gehandelt
- Kommerzielle Bedeutung: low
- Geschmack: Intensiv, fleischig, oft als einzigartig beschrieben
- Textur: Fest, ölig
- Zubereitungsarten: Räuchern, Braten, Schmoren, Einlegen
- Nährwert: Reich an Omega-3-Fettsäuren und Proteinen.
Wichtige Fakten
Anadrome Wanderungbehavior
Flussneunaugen verbringen den Großteil ihres adulten Lebens im Meer und wandern zum Laichen in Süßwasserflüsse, oft über weite Strecken.
Parasitische Lebensweisebehavior
Adulte Flussneunaugen sind Ektoparasiten, die sich mit ihrer Mundscheibe an Fischen festsaugen und deren Blut und Gewebe fressen. Während der Laichwanderung stellen sie die Nahrungsaufnahme ein.
Lange Larvenphaseevolution
Die Larven (Querder) leben 3 bis 5 Jahre, manchmal sogar bis zu 7 Jahre, als Filtrierer im Sediment, bevor sie sich zu adulten Tieren umwandeln und ins Meer abwandern.
Einmalige Fortpflanzungbehavior
Flussneunaugen sind semelpar, das heißt, sie laichen nur einmal in ihrem Leben und sterben danach ab.
Kiemenatmung der Larvenamazing
Die Querder atmen nicht nur über die Kiemen, sondern auch über die Haut, was ihnen das Überleben im sauerstoffarmen Sediment ermöglicht.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Flussneunaugen sind nicht gefährlich für den Menschen. Beim Hantieren sollte man beachten, dass sie sehr glitschig sind und sich winden können. Ihre Mundscheibe kann sich festsaugen, ist aber harmlos. Als geschützte Art sollte der Umgang mit ihnen auf das Nötigste beschränkt werden.
Ähnliche Arten
Bachneunauge
Lampetra planeri
Das Bachneunauge ist eine stationäre Süßwasserform, die kleiner bleibt (bis ca. 15-20 cm) und keine parasitische Phase durchläuft. Seine Zähne in der Mundscheibe sind stumpfer und weniger entwickelt. Die zweite Rückenflosse ist bei L. planeri höher als bei L. fluviatilis.
Meerneunauge
Petromyzon marinus
Das Meerneunauge ist deutlich größer (bis zu 120 cm) und hat eine komplexere Zahnstruktur in der Mundscheibe. Die Rückenflossen sind näher beieinander und die zweite Rückenflosse ist nicht so deutlich von der Schwanzflosse getrennt wie beim Flussneunauge.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Cephalaspidomorphi
- Ordnung
- Petromyzontiformes
- Familie
- Petromyzontidae
- Gattung
- Lampetra
- Art
- Lampetra fluviatilis
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