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Europäische Sardelle

Sicher

Engraulis encrasicolus

Auch bekannt als: Anchovy, Ansjovis, Acciuga

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Beschreibung

Engraulis encrasicolus, allgemein bekannt als Europäische Sardelle, ist ein kleiner, pelagischer Schwarmfisch, der zur Familie der Engraulidae gehört. Sie zeichnet sich durch ihren schlanken, zylindrischen Körper, eine kurze Rückenflosse und eine tief gegabelte Schwanzflosse aus. Ein markantes Merkmal ist das Maul, das weit hinter die Augen reicht, und der hervorstehende Oberkiefer. Diese Art ist von großer ökologischer und kommerzieller Bedeutung, da sie eine Schlüsselrolle in marinen Nahrungsnetzen spielt und intensiv befischt wird.

Körperliche Merkmale

Körperform
elongated
Färbung
Der Rücken ist bläulich-grün bis dunkelblau, die Flanken silbrig und der Bauch weißlich. Entlang der Seiten verläuft oft ein undeutlicher, silbriger Streifen.
Schuppentyp
cycloid
Maulstellung
inferior
Besondere Merkmale
Großes Maul, das weit hinter die Augen reicht, Hervorstehender Oberkiefer (im Gegensatz zu Heringen, bei denen der Unterkiefer hervorsteht), Kurze Rückenflosse, die etwa in der Mitte des Körpers beginnt, Tief gegabelte Schwanzflosse, Feine, leicht abfallende Schuppen
Rückenflosse
Eine einzelne, kurze Rückenflosse mit 13-19 Weichstrahlen, die etwa in der Körpermitte liegt.
Schwanzflosse
Tief gegabelte Schwanzflosse (homozerk).
Brustflosse
Brustflossen sind relativ klein und sitzen tief am Körper.
Auffällige Flossen
Bauchflossen sind klein und liegen weit vorne, unterhalb oder leicht vor dem Ansatz der Rückenflosse. Eine kleine Afterflosse mit 15-21 Weichstrahlen.

Bestimmungstipps

Maulposition

Das Maul ist groß und reicht weit hinter das Auge. Der Oberkiefer ist deutlich länger als der Unterkiefer und ragt hervor.

Körperform und Größe

Schlanker, zylindrischer Körper, typischerweise 10-15 cm lang, maximal bis zu 20 cm. Keine Seitenlinie sichtbar.

Färbung

Bläulich-grüner Rücken, silbrige Flanken und weißlicher Bauch. Oft ein undeutlicher silberner Streifen entlang der Seiten.

Flossen

Eine kurze Rückenflosse in der Körpermitte und eine tief gegabelte Schwanzflosse.

Lebensraum

Wassertyp
saltwater
Tiefe
Pelagisch, typischerweise in Tiefen von 10 bis 400 Metern, aber oft näher an der Oberfläche (0-100 m) während der Laichzeit und Nahrungsaufnahme.
Umgebung
Küstennahe und offene Meeresgewässer, bevorzugt in gemäßigten und subtropischen Zonen. Bildet große Schwärme in der Wassersäule.
Geografische Verbreitung
Ostatlantik von Norwegen bis Angola, Mittelmeer, Schwarzes Meer und Asowsches Meer. Auch im westlichen Indischen Ozean vor der Küste Südafrikas gefunden.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: expert
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: filter_feeder
  • Mindestbeckengröße: Nicht für Heimaquarien geeignet, da sie große Schwärme bilden und spezifische pelagische Bedingungen benötigen.
  • Temperatur: 12-24°C
  • pH-Wert: 7.8-8.4
  • Härte: Meerwasser (30-35 ppt Salinität)
  • Verträglichkeit: Nur mit anderen pelagischen Schwarmfischen ähnlicher Größe in sehr großen, spezialisierten Schauaquarien.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt extrem große Becken mit starker Strömung, um Schwarmverhalten zu ermöglichen. Sehr empfindlich gegenüber Stress und Wasserqualität. Ernährung erfordert kontinuierliche Zufuhr von Phytoplankton und Zooplankton.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Die Fangzeiten variieren regional, sind aber typischerweise im Frühling und Sommer, wenn die Fische zur Laichzeit in Küstennähe kommen.
  • Marktpreis: Variiert stark je nach Region, Fangmenge und Verarbeitungsform (frisch, gesalzen, in Öl).
  • Kommerzielle Bedeutung: high
  • Geschmack: Intensiv salzig, umami-reich, leicht fischig, besonders nach dem Salzen und Reifen.
  • Textur: Zart und fleischig im frischen Zustand; fester und öliger nach dem Salzen und Reifen.
  • Zubereitungsarten: Frisch gebraten oder gegrillt, Eingelegt in Öl oder Essig, Gesalzen und gereift (als Sardellenpaste oder ganze Filets), Als Zutat in Saucen und Dressings (z.B. Caesar Salad)
  • Nährwert: Reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Vitamin D, B12 und Mineralien wie Kalzium und Selen.

Wichtige Fakten

Schlüsselart im Ökosystembehavior

Sardellen sind eine wichtige Beutegrundlage für viele größere Raubfische, Meeressäuger und Seevögel und spielen somit eine zentrale Rolle in marinen Nahrungsnetzen.

Schwärme von Millionenbehavior

Sie bilden riesige Schwärme, die Millionen von Individuen umfassen können. Dieses Schwarmverhalten dient dem Schutz vor Fressfeinden und der effizienten Nahrungssuche.

Kurze Lebensdauer, schnelle Fortpflanzungbehavior

Sardellen haben eine relativ kurze Lebensdauer von etwa 3-4 Jahren, aber eine hohe Reproduktionsrate, was ihnen hilft, trotz intensiver Befischung stabile Populationen aufrechtzuerhalten.

Nachtaktive Vertikalwanderungbehavior

Tagsüber halten sich Sardellenschwärme in tieferen Wasserschichten auf, um Fressfeinden zu entgehen. Nachts steigen sie zur Oberfläche auf, um sich von Plankton zu ernähren.

Historische Bedeutunginteresting

Sardellen wurden bereits in der Antike von den Römern und Griechen gefischt und zu Garum, einer fermentierten Fischsauce, verarbeitet, die ein wichtiges Würzmittel war.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: edible
  • Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Die Fische sind klein und harmlos. Bei der Verarbeitung können die Gräten entfernt werden, um den Verzehr angenehmer zu gestalten.

Ähnliche Arten

Sardine

Sardina pilchardus

Sardinen haben ein endständiges Maul (Ober- und Unterkiefer sind gleich lang), größere Schuppen und oft dunkle Flecken entlang der Seiten. Ihr Körper ist tendenziell etwas gedrungener.

Hering

Clupea harengus

Heringe haben ebenfalls ein endständiges Maul, wobei der Unterkiefer oft leicht hervorsteht. Ihre Körper sind im Allgemeinen robuster und sie haben keine so ausgeprägte Maulform wie die Sardelle.

Andere Sardellenarten

Verschiedene Engraulis spp.

Die Unterscheidung von anderen Engraulis-Arten (z.B. Engraulis japonicus im Pazifik) erfordert oft detaillierte morphometrische Analysen und genetische Untersuchungen, da sie sich äußerlich sehr ähneln können. Engraulis encrasicolus ist jedoch die einzige Sardellenart im Mittelmeer und im Ostatlantik.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Clupeiformes
Familie
Engraulidae
Gattung
Engraulis
Art
Engraulis encrasicolus

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