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App öffnenBeschreibung
Der Steinbeißer (Cobitis taenia) ist ein kleiner, schlanker Süßwasserfisch aus der Familie der Steinbeißerartigen (Cobitidae). Er ist bekannt für seine Anpassung an sandige oder schlammige Gewässerböden, in die er sich bei Gefahr oder zur Ruhe eingräbt. Seine Färbung und Musterung dienen der Tarnung in seinem Habitat. Er besitzt charakteristische Dornen unter den Augen, die bei Bedrohung aufgestellt werden können.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- elongated
- Färbung
- Der Körper ist gelblich-braun bis hellbraun gefärbt mit einer Reihe von 10-20 dunklen, ovalen Flecken entlang der Seitenlinie. Darüber und darunter können weitere kleinere Flecken oder Punkte vorhanden sein. Der Bauch ist hell, oft weißlich. Die Flossen sind meist transparent mit dunklen Punkten oder Streifen.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- inferior
- Besondere Merkmale
- Sechs Barteln um das Maul (vier am Oberkiefer, zwei am Unterkiefer), Ein zweispitziger, beweglicher Dorn (Praeorbitaldorn) unter jedem Auge, der bei Gefahr aufgestellt werden kann, Sehr kleine, in die Haut eingebettete Schuppen, die dem Fisch eine glatte Erscheinung verleihen, Vertikal abgeflachter Schwanzstiel
- Rückenflosse
- Kurz, mit 7-8 verzweigten Strahlen, beginnt hinter dem Ansatz der Bauchflossen.
- Schwanzflosse
- Abgerundet bis leicht eingekerbt, mit 12-14 verzweigten Strahlen.
- Brustflosse
- Relativ klein, mit 7-8 Strahlen.
- Auffällige Flossen
- Die Bauchflossen sind klein und setzen etwa in der Mitte des Körpers an. Die Afterflosse ist kurz und setzt hinter der Rückenflosse an.
Bestimmungstipps
Körperform und Größe
Schlanker, zylindrischer Körper, der seitlich leicht abgeflacht ist. Erreicht eine Länge von 8-12 cm, selten bis zu 15 cm.
Färbung und Musterung
Gelblich-braune Grundfarbe mit einer charakteristischen Reihe von dunklen, ovalen Flecken entlang der Seitenlinie. Diese Flecken sind ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung von anderen Schmerlenarten.
Barteln
Sechs kurze Barteln um das unterständige Maul, die zur Nahrungssuche im Sediment dienen.
Praeorbitaldorn
Der auffälligste und namensgebende Dorn unter jedem Auge. Dieser Dorn ist zweispitzig und kann bei Berührung oder Gefahr aufgestellt werden. Vorsicht beim Hantieren!
Schuppen
Sehr kleine, kaum sichtbare Schuppen, die tief in der Haut liegen und dem Fisch eine glatte, schleimige Oberfläche verleihen.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt flache bis mäßig tiefe Bereiche (bis ca. 2 Meter).
- Umgebung
- Lebt in langsam fließenden oder stehenden Gewässern wie Flüssen, Bächen, Kanälen, Seen und Teichen. Bevorzugt sandige oder schlammige Böden mit dichter Ufervegetation und klarem Wasser. Er ist oft in Bereichen mit geringer Strömung zu finden.
- Geografische Verbreitung
- Weit verbreitet in Europa und Teilen Asiens. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Westeuropa (Frankreich, Großbritannien) über Mitteleuropa (Deutschland, Polen, Tschechien) und Osteuropa bis nach Sibirien und Zentralasien. Fehlt in Skandinavien (außer südliches Schweden) und im südlichen Mittelmeerraum.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: intermediate
- Temperament: peaceful
- Ernährung: omnivore
- Mindestbeckengröße: 80 Liter
- Temperatur: 10-22°C
- pH-Wert: 6.5-7.5
- Härte: 5-15 dGH
- Verträglichkeit: Sehr gut verträglich mit anderen friedlichen, nicht zu großen Fischarten. Sollte in Gruppen von mindestens 5-6 Tieren gehalten werden.
- Besondere Anforderungen: Benötigt feinen Sand oder sehr feinen Kies als Bodengrund zum Eingraben. Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Steine und dichte Bepflanzung sind wichtig. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind essentiell.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Fortpflanzung von April bis Juli.
- Marktpreis: Nicht kommerziell gefischt
- Kommerzielle Bedeutung: none
- Geschmack: Nicht üblich als Speisefisch
- Textur: Nicht üblich als Speisefisch
- Nährwert: Nicht üblich als Speisefisch
Wichtige Fakten
Luftatmungbehavior
Der Steinbeißer kann bei Sauerstoffmangel im Wasser atmosphärische Luft atmen. Er schluckt Luft an der Oberfläche, entzieht ihr im Darm Sauerstoff und gibt die verbrauchte Luft über den After wieder ab. Dies ermöglicht ihm das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern.
Wetterfroschinteresting
Aufgrund seiner Fähigkeit, auf Änderungen des Luftdrucks zu reagieren, indem er unruhig wird und häufiger an die Oberfläche schwimmt, wurde der Steinbeißer früher als 'Wetterfisch' oder 'Wetterfrosch' bezeichnet.
Eingrabenbehavior
Der Steinbeißer ist ein Meister des Eingrabens. Bei Gefahr oder zur Ruhe gräbt er sich blitzschnell mit schlängelnden Bewegungen in den sandigen oder schlammigen Bodengrund ein, sodass oft nur noch der Kopf herausschaut.
Nachtaktivitätbehavior
Obwohl er tagsüber oft versteckt lebt, ist der Steinbeißer hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, wenn er auf Nahrungssuche geht.
Sicherheitsinformationen
Vorsichtig behandeln- Sicherheitsstufe: caution
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: not recommended
- Hinweise zum Umgang: Beim Hantieren mit Steinbeißern ist Vorsicht geboten, da sie ihre scharfen, zweispitzigen Praeorbitaldornen unter den Augen aufstellen können. Diese Dornen können schmerzhafte Stiche verursachen, sind aber nicht giftig. Es wird empfohlen, den Fisch vorsichtig mit nassen Händen oder einem feuchten Tuch zu fassen, um Verletzungen zu vermeiden und die Schleimhaut des Fisches zu schützen.
Ähnliche Arten
Bachschmerle
Barbatula barbatula
Die Bachschmerle hat keine Praeorbitaldornen unter den Augen und ihre Körperzeichnung besteht aus unregelmäßigen Flecken und Marmorierungen, nicht aus einer klaren Reihe ovaler Flecken entlang der Seitenlinie. Ihr Körper ist gedrungener und weniger schlank.
Schlammpeitzger
Misgurnus fossilis
Der Schlammpeitzger ist deutlich größer (bis zu 30 cm), hat zehn Barteln und eine einheitlichere, oft dunklere Färbung ohne die ausgeprägten Seitenflecken des Steinbeißers. Er besitzt ebenfalls keine Praeorbitaldornen.
Goldsteinbeißer
Sabanejewia aurata
Der Goldsteinbeißer ist seltener und hat eine goldgelbe Grundfärbung mit dunkleren Flecken, die oft zu Bändern verschmelzen können. Seine Praeorbitaldornen sind in der Regel kürzer und weniger auffällig als die des Steinbeißers.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cobitidae
- Gattung
- Cobitis
- Art
- Cobitis taenia
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