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App öffnenBeschreibung
Der Giebel (Carassius gibelio) ist eine Süßwasserfischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Er ist eng mit der Karausche (Carassius carassius) und dem Goldfisch (Carassius auratus) verwandt. Der Giebel ist bekannt für seine hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Umweltbedingungen und seine Fähigkeit zur gynogenetischen Fortpflanzung, bei der die Eier ohne genetischen Beitrag eines Männchens aktiviert werden, aber dennoch die Spermien einer anderen Karpfenart zur Auslösung der Entwicklung benötigen. Dies führt zur Produktion von Klonen des Muttertieres. Er ist in Europa und Asien weit verbreitet und gilt in vielen Regionen als invasive Art.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- compressed
- Färbung
- Silbrig-grau bis goldbraun auf dem Rücken, Seiten heller, Bauch weißlich. Jungfische können einen dunklen Fleck an der Schwanzwurzel aufweisen, der mit dem Alter verblasst. Keine Barteln.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- terminal
- Besondere Merkmale
- Keine Barteln (im Gegensatz zu Karpfen), Starker, gesägter Hartstrahl in Rücken- und Afterflosse, Hoher, seitlich abgeflachter Körper, Konvexer Rückenflossenrand (im Gegensatz zur Karausche, die einen konkaven oder geraden Rand hat)
- Rückenflosse
- Eine lange Rückenflosse mit 15-21 verzweigten Strahlen und einem starken, gesägten Hartstrahl.
- Schwanzflosse
- Gabelig, aber weniger tief eingeschnitten als beim Karpfen.
- Brustflosse
- Relativ kurz, abgerundet.
- Auffällige Flossen
- Der erste Strahl der Rücken- und Afterflosse ist ein kräftiger, gesägter Hartstrahl.
Bestimmungstipps
Barteln
Der Giebel besitzt keine Barteln, im Gegensatz zum Karpfen (Cyprinus carpio), der zwei Paar Barteln hat.
Rückenflossenrand
Der Rückenflossenrand des Giebels ist konvex (nach außen gewölbt), während der der Karausche (Carassius carassius) konkav (nach innen gewölbt) oder gerade ist.
Färbung
Die Färbung ist meist silbrig-grau bis goldbraun, ohne die ausgeprägte goldene Färbung des Goldfisches (Carassius auratus).
Schuppen
Die Schuppen sind relativ groß und fest sitzend.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt flache bis mittlere Tiefen, kann aber auch in tieferen Gewässern vorkommen.
- Umgebung
- Stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Altarme, Kanäle und Flüsse mit dichter Vegetation und schlammigem Grund. Sehr tolerant gegenüber schlechter Wasserqualität, geringem Sauerstoffgehalt und Temperaturschwankungen.
- Geografische Verbreitung
- Ursprünglich aus Ostasien stammend, hat sich der Giebel über weite Teile Europas und Asiens verbreitet. In vielen europäischen Ländern, einschließlich Deutschland, ist er mittlerweile weit verbreitet und oft dominant.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: intermediate
- Temperament: peaceful
- Ernährung: omnivore
- Mindestbeckengröße: 200 Liter
- Temperatur: 4-28°C
- pH-Wert: 6.0-8.0
- Härte: 5-25 dGH
- Verträglichkeit: Verträgt sich gut mit anderen friedlichen, robusten Kaltwasserfischen. Nicht mit sehr kleinen Fischen oder aggressiven Arten vergesellschaften.
- Besondere Anforderungen: Benötigt gut gefiltertes Wasser und ausreichend Schwimmraum. Verträgt auch sauerstoffarme Bedingungen, ist aber für eine optimale Haltung auf gute Wasserqualität angewiesen. Pflanzen und Versteckmöglichkeiten sind vorteilhaft.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Laichzeit im Frühjahr (April-Juni).
- Marktpreis: Gering
- Kommerzielle Bedeutung: low
- Geschmack: Mild, leicht erdig
- Textur: Weich, grätenreich
- Zubereitungsarten: Braten, Räuchern, Sauer einlegen
- Nährwert: Geringer Fettgehalt, gute Proteinquelle.
Wichtige Fakten
Gynogenesebehavior
Der Giebel ist bekannt für seine Fähigkeit zur Gynogenese, einer Form der asexuellen Fortpflanzung, bei der die Eier durch Spermien einer anderen Karpfenart zur Entwicklung angeregt werden, aber nur das mütterliche Erbgut weitergegeben wird. Dies führt zur Bildung von Klonen des Muttertieres.
Invasive Artinteresting
Aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit, schnellen Vermehrung und der gynogenetischen Fortpflanzung gilt der Giebel in vielen Regionen außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets als invasive Art, die heimische Fischpopulationen verdrängen kann.
Hybridisierungevolution
Der Giebel hybridisiert häufig mit anderen Carassius-Arten, insbesondere mit der Karausche (Carassius carassius), was die Unterscheidung der Arten erschweren kann.
Sauerstofftoleranzamazing
Der Giebel ist extrem tolerant gegenüber niedrigen Sauerstoffkonzentrationen im Wasser und kann auch in Gewässern überleben, die für viele andere Fischarten unbewohnbar wären.
Sicherheitsinformationen
Sicher- Sicherheitsstufe: safe
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Die Flossenstrahlen können scharf sein, daher ist beim Anfassen Vorsicht geboten, um Kratzer zu vermeiden.
Ähnliche Arten
Karausche
Carassius carassius
Die Karausche hat einen konkaveren oder geraden Rückenflossenrand, eine dunklere, oft goldbraune Färbung und einen runderen Körperbau. Der Giebel ist oft schlanker und hat einen konvexen Rückenflossenrand.
Karpfen
Cyprinus carpio
Der Karpfen besitzt zwei Paar Barteln am Maul, die dem Giebel fehlen. Zudem ist der Karpfen oft größer und hat eine andere Körperform.
Goldfisch
Carassius auratus
Der Goldfisch ist eine domestizierte Form des Giebels oder einer nahe verwandten Art und zeigt eine viel größere Vielfalt an Farben und Flossenformen. Wildformen des Goldfisches können dem Giebel sehr ähnlich sehen, sind aber oft goldener gefärbt.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cyprinidae
- Gattung
- Carassius
- Art
- Carassius gibelio
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