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Karausche

Sicher

Carassius carassius

Auch bekannt als: Bauernkarpfen, Moorkarpfen, Steinkarpfen

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Beschreibung

Die Karausche (Carassius carassius) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist bekannt für ihre außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Umweltbedingungen, insbesondere Sauerstoffmangel. Ihr Körperbau ist hochrückig und seitlich abgeflacht, was sie von anderen Karpfenarten unterscheidet. Sie ist ein typischer Bewohner kleiner, pflanzenreicher und oft schlammiger Gewässer.

Körperliche Merkmale

Körperform
compressed
Färbung
Rücken dunkelbraun bis olivgrün, Flanken goldbraun bis messingfarben, Bauch hellgelb bis weißlich. Flossen oft rötlich getönt, besonders die Brust- und Bauchflossen.
Schuppentyp
cycloid
Maulstellung
terminal
Besondere Merkmale
Hoher, seitlich stark abgeflachter Körper, Keine Barteln am Maul (im Gegensatz zum Karpfen), Konvexe Rückenflosse (nach außen gewölbt), Große, glänzende Schuppen, Dunkler Fleck an der Schwanzwurzel bei Jungfischen, der mit dem Alter verblassen kann
Rückenflosse
Lang, hoch und konvex (nach außen gewölbt), mit 3-4 Hartstrahlen und 14-21 Weichstrahlen. Der letzte Hartstrahl ist kräftig und gesägt.
Schwanzflosse
Gabelig bis leicht eingebuchtet, kräftig.
Brustflosse
Relativ klein, abgerundet.
Auffällige Flossen
Alle Flossen sind meist dunkel, oft mit einem rötlichen Schimmer, besonders die paarigen Flossen.

Bestimmungstipps

Körperform

Achten Sie auf den hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Dies ist ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung von anderen Karpfenartigen.

Barteln

Die Karausche besitzt keine Barteln am Maul. Der Karpfen (Cyprinus carpio) hat hingegen vier Barteln.

Rückenflosse

Die Rückenflosse ist konvex (nach außen gewölbt) und hat einen kräftigen, gesägten letzten Hartstrahl. Beim Giebel (Carassius gibelio) ist die Rückenflosse konkav oder gerade.

Färbung

Die goldbraune bis messingfarbene Färbung der Flanken und der dunkle Fleck an der Schwanzwurzel (besonders bei Jungfischen) sind gute Indikatoren.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Oberflächennah bis mittleres Freiwasser, bevorzugt flache Uferbereiche
Umgebung
Stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs und schlammigem Grund. Dazu gehören Teiche, Altarme, Gräben, Moore und kleine Seen. Sie toleriert auch Gewässer mit geringem Sauerstoffgehalt und hohem organischem Material.
Geografische Verbreitung
Weite Verbreitung in Europa und Asien. Von Westeuropa (mit Ausnahme der Iberischen Halbinsel und Teilen Frankreichs) über Mittel- und Osteuropa bis nach Sibirien und China.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: omnivore
  • Mindestbeckengröße: Ab 200 Liter für Jungfische, deutlich größer für ausgewachsene Exemplare (Teichhaltung bevorzugt)
  • Temperatur: 4-25°C (sehr tolerant)
  • pH-Wert: 6.0-8.0
  • Härte: 5-25 dGH
  • Verträglichkeit: Friedlich, kann mit anderen robusten Kaltwasserfischen vergesellschaftet werden. Vorsicht bei zu kleinen oder empfindlichen Arten, da Karauschen im Alter recht groß werden können.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt gut bepflanzte Becken mit Versteckmöglichkeiten und weichem Bodengrund. Eine gute Filterung ist wichtig, obwohl sie sehr tolerant gegenüber schlechter Wasserqualität ist. Teichhaltung ist aufgrund der Größe und des Sozialverhaltens oft besser geeignet.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Ganzjährig aktiv, Laichzeit im Frühjahr/Frühsommer (Mai-Juli).
  • Marktpreis: Gering
  • Kommerzielle Bedeutung: low
  • Geschmack: Erdig, leicht modrig, je nach Gewässerqualität
  • Textur: Weich, grätenreich
  • Zubereitungsarten: Braten, Räuchern, Sauer einlegen
  • Nährwert: Mageres Fleisch, reich an Proteinen und Omega-3-Fettsäuren.

Wichtige Fakten

Sauerstoffmangel-Championamazing

Die Karausche kann unter anoxischen Bedingungen (völliger Sauerstoffmangel) überleben, indem sie Alkohol als Endprodukt ihres Stoffwechsels produziert und über die Kiemen ausscheidet. Dies ist eine einzigartige Anpassung unter Wirbeltieren.

Winterstarrebehavior

Im Winter gräbt sich die Karausche oft in den Schlamm ein und verfällt in eine Art Winterstarre, um extrem kalte Perioden oder das Einfrieren des Gewässers zu überstehen.

Hybridisierunginteresting

Karauschen können sich mit Karpfen kreuzen, wobei die Nachkommen (Karpfenkarauschen) oft unfruchtbar sind und Merkmale beider Elternteile aufweisen, wie z.B. reduzierte Barteln.

Formenvielfaltevolution

Je nach Lebensraum kann die Karausche sehr unterschiedliche Körperformen annehmen. In Gewässern mit vielen Fressfeinden (z.B. Hecht) entwickeln sie einen extrem hochrückigen Körper, um schwerer gefressen werden zu können. In fischfreien Gewässern sind sie schlanker.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: edible
  • Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Die Fische sind harmlos. Beim Angeln ist ein schonender Umgang beim Zurücksetzen wichtig.

Ähnliche Arten

Karpfen

Cyprinus carpio

Der Karpfen besitzt vier Barteln am Maul, die Karausche keine. Der Karpfen ist oft langgestreckter und weniger hochrückig, obwohl es auch hochrückige Karpfenformen gibt.

Giebel

Carassius gibelio

Der Giebel (Silberkarausche) hat eine konkave oder gerade Rückenflosse, während die Karausche eine konvexe Rückenflosse besitzt. Der Giebel ist oft silbriger gefärbt und hat eine geringere Schuppenzahl entlang der Seitenlinie (27-32 beim Giebel vs. 31-36 bei der Karausche).

Goldfisch

Carassius auratus

Der Goldfisch ist eine domestizierte Form, die oft eine extremere Körperform und leuchtendere Farben aufweist. Wildformen des Goldfisches sind dem Giebel sehr ähnlich und können nur schwer von diesem unterschieden werden. Die Karausche ist in der Regel weniger hochrückig als viele Goldfischzuchten und hat eine typische Wildfärbung.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Cypriniformes
Familie
Cyprinidae
Gattung
Carassius
Art
Carassius carassius

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