Fishby LogoFishby

Güster

Sicher

Blicca bjoerkna

Auch bekannt als: Blicke, Pliete, Halbbrasse, Brachsenblei, Weißfisch

Haben Sie ein Foto? Bestimmen Sie Fische sofort mit der Fishby-App.

App öffnen

Beschreibung

Die Güster (Blicca bjoerkna) ist ein Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist in Europa weit verbreitet und bewohnt stehende oder langsam fließende Gewässer. Morphologisch ähnelt sie der Brachse (Abramis brama), ist jedoch kleiner und weist spezifische Merkmale auf, die eine Unterscheidung ermöglichen. Sie ist ein geselliger Fisch, der oft in Schwärmen anzutreffen ist und eine wichtige Rolle im Ökosystem als Beutefisch für größere Raubfische spielt.

Körperliche Merkmale

Körperform
compressed
Färbung
Silbrig-glänzende Flanken, dunklerer Rücken (grau-grünlich bis bläulich), Bauch weißlich. Die Brust- und Bauchflossen sind oft rötlich-orange gefärbt, besonders bei jüngeren Tieren und zur Laichzeit.
Schuppentyp
cycloid
Maulstellung
subterminal
Besondere Merkmale
Große Augen im Verhältnis zum Kopf, Kurze Afterflosse mit 22-26 Strahlen (im Gegensatz zur Brachse mit 27-30 Strahlen), Rötliche Brust- und Bauchflossen, Deutliche Seitenlinie, Körper ist seitlich stark abgeflacht und hochrückig
Rückenflosse
Kurz, hoch, mit 8-9 verzweigten Strahlen
Schwanzflosse
Tief gegabelt
Brustflosse
Relativ lang, oft rötlich-orange
Auffällige Flossen
Die Afterflosse ist kürzer als bei der Brachse und beginnt hinter dem Ansatz der Rückenflosse.

Bestimmungstipps

Körperform

Hochrückig und seitlich stark abgeflacht, aber weniger hochrückig als die Brachse.

Flossenfarbe

Brust- und Bauchflossen oft rötlich-orange, besonders bei jüngeren Exemplaren und zur Laichzeit.

Afterflosse

Kürzer als bei der Brachse, mit 22-26 Strahlen. Der Ansatz der Afterflosse liegt deutlich hinter dem Ansatz der Rückenflosse.

Augen

Relativ groß im Verhältnis zum Kopf.

Größe

Erreicht selten Längen über 30 cm, während Brachsen deutlich größer werden können.

Lebensraum

Wassertyp
freshwater
Tiefe
Bevorzugt flachere bis mittlere Tiefen, kann aber auch in tieferen Bereichen vorkommen.
Umgebung
Stehende oder langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Altarme, Kanäle und die Unterläufe von Flüssen. Bevorzugt schlammigen oder sandigen Grund und Bereiche mit dichter Vegetation.
Geografische Verbreitung
Weit verbreitet in Europa, von Frankreich und Großbritannien im Westen bis zum Ural im Osten. Im Norden bis Südschweden und Finnland, im Süden bis zum Balkan.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: intermediate
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: omnivore
  • Mindestbeckengröße: 500 Liter
  • Temperatur: 10-22°C
  • pH-Wert: 6.5-7.5
  • Härte: 5-15 dGH
  • Verträglichkeit: Gut mit anderen friedlichen, ähnlich großen Kaltwasserfischen wie Rotfedern, Rotaugen oder Schleien. Nicht mit aggressiven oder sehr kleinen Arten vergesellschaften.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt gut bepflanzte Bereiche und offene Schwimmflächen. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind essentiell. Da es sich um einen Schwarmfisch handelt, sollten mindestens 5-7 Exemplare zusammen gehalten werden.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: least concern
  • Saisonalität: Ganzjährig fangbar, Laichzeit im Frühjahr (Mai-Juni).
  • Marktpreis: Gering
  • Kommerzielle Bedeutung: low
  • Geschmack: Mild, leicht erdig
  • Textur: Weich, grätenreich
  • Zubereitungsarten: Räuchern, Bräunen, Sauer einlegen
  • Nährwert: Geringer Fettgehalt, gute Proteinquelle. Aufgrund der vielen feinen Gräten oft nicht als Speisefisch bevorzugt.

Wichtige Fakten

Namensherkunftinteresting

Der Name 'Güster' leitet sich vermutlich vom althochdeutschen 'gustar' ab, was 'glänzend' bedeutet und sich auf die silbrigen Schuppen bezieht.

Hybridisierungbehavior

Güster können sich mit anderen Karpfenfischen, insbesondere der Brachse (Abramis brama), kreuzen und Hybriden bilden, was die Bestimmung im Feld erschweren kann.

Ökologische Rollebehavior

Als Schwarmfisch und Nahrungsquelle für Hechte, Zander und Welse spielt die Güster eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz vieler Süßwasserökosysteme.

Laichverhaltenbehavior

Zur Laichzeit im Frühjahr entwickeln die Männchen einen ausgeprägten Laichausschlag auf Kopf und Körper, der aus kleinen, harten Höckern besteht.

Nahrungssuchebehavior

Güster sind Bodenfresser, die mit ihrem vorstülpbaren Maul kleine Wirbellose, Insektenlarven und pflanzliches Material vom Gewässergrund aufnehmen.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: not recommended
  • Hinweise zum Umgang: Keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Die Fische sind harmlos. Beim Angeln ist ein schonender Umgang beim Zurücksetzen empfehlenswert.

Ähnliche Arten

Brachse

Abramis brama

Die Brachse ist deutlich hochrückiger und größer. Ihre Afterflosse ist länger (27-30 Strahlen) und beginnt direkt unter oder leicht vor dem Ansatz der Rückenflosse. Die Flossen der Brachse sind meist grau oder dunkel, nicht rötlich. Die Augen der Brachse sind im Verhältnis zum Kopf kleiner.

Zobel

Ballerus sapa

Der Zobel hat eine extrem lange Afterflosse (40-48 Strahlen) und eine deutlich spitzere Schnauze. Er ist schlanker als die Güster.

Donau-Brachse

Abramis sarmaticus

Ähnelt der Brachse, ist aber in ihrem Verbreitungsgebiet auf das Donausystem beschränkt. Unterscheidung erfordert oft genaue morphometrische Analysen.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Cypriniformes
Familie
Cyprinidae
Gattung
Blicca
Art
bjoerkna

Güster entdecken

Fische überall bestimmen

Kostenlos für iOS, Android und Web. Fotobestimmung, vollständige Artendetails und mehr.

In der App öffnen