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App öffnenBeschreibung
Die Europäische Flussbarbe (Barbus barbus) ist ein großer, langgestreckter Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie ist bekannt für ihre vier charakteristischen Barteln am Maul, die ihr bei der Nahrungssuche am Gewässergrund helfen. Sie ist ein typischer Bewohner schnell fließender, sauerstoffreicher Flüsse und größerer Bäche in Europa.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- elongated
- Färbung
- Der Rücken ist meist olivgrün bis bräunlich, die Flanken sind goldgelb bis messingfarben und der Bauch ist hell, oft weißlich. Die Flossen sind meist gräulich bis rötlich-braun.
- Schuppentyp
- cycloid
- Maulstellung
- inferior
- Besondere Merkmale
- Vier fleischige Barteln am Maul (zwei am Oberkiefer, zwei an den Mundwinkeln), Langgestreckter, spindelförmiger Körper, Große, kräftige Schuppen, Relativ kleine Augen, Starker, dorniger Strahl in der Rückenflosse
- Rückenflosse
- Eine Rückenflosse mit 3-4 unverzweigten und 8-9 verzweigten Strahlen. Der dritte oder vierte unverzweigte Strahl ist kräftig und am hinteren Rand gesägt.
- Schwanzflosse
- Tief gegabelte Schwanzflosse.
- Brustflosse
- Brustflossen sind relativ klein und abgerundet.
- Auffällige Flossen
- Die Afterflosse hat 3 unverzweigte und 5 verzweigte Strahlen. Die Bauchflossen sind bauchständig.
Bestimmungstipps
Barteln
Die vier Barteln am Maul sind das auffälligste und sicherste Erkennungsmerkmal. Zwei sitzen an der Schnauzenspitze, zwei an den Mundwinkeln.
Körperform
Der langgestreckte, spindelförmige Körper ist typisch für strömungsliebende Fische.
Rückenflossenstrahl
Der kräftige, gesägte Rückenflossenstrahl ist ein weiteres gutes Unterscheidungsmerkmal zu anderen Karpfenfischen.
Maulstellung
Das unterständige Maul ist an die Nahrungsaufnahme vom Gewässergrund angepasst.
Lebensraum
- Wassertyp
- freshwater
- Tiefe
- Bevorzugt tiefere Bereiche, aber auch in flacheren, strömungsreichen Zonen zu finden.
- Umgebung
- Typischerweise in der Barbenregion von Flüssen und größeren Bächen. Bevorzugt sauerstoffreiches, klares Wasser mit kiesigem oder sandigem Bodengrund und starker Strömung. Versteckt sich gerne unter überhängenden Ufern, Wurzeln oder Steinen.
- Geografische Verbreitung
- Weite Teile Europas, von den Pyrenäen im Westen bis zum Dnepr im Osten. Nördlich bis Südengland und Südschweden, südlich bis zur Balkanhalbinsel. Fehlt in Irland, Schottland, Norwegen und Finnland.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: expert
- Temperament: semi-aggressive
- Ernährung: omnivore
- Mindestbeckengröße: Sehr großes Becken (mehrere tausend Liter) oder Teich erforderlich, da die Art sehr groß wird und viel Schwimmraum benötigt.
- Temperatur: 10-22°C
- pH-Wert: 7.0-8.0
- Härte: 10-20 dGH
- Verträglichkeit: Aufgrund ihrer Größe und ihres Verhaltens nur mit anderen großen, robusten Fischarten oder in einem Artenbecken zu halten. Nicht für typische Heimaquarien geeignet.
- Besondere Anforderungen: Benötigt starke Strömung, gut sauerstoffreiches Wasser, sandigen oder kiesigen Bodengrund und Versteckmöglichkeiten. Eine Haltung im Aquarium ist aufgrund der Endgröße und des Platzbedarfs nur in Ausnahmefällen und mit sehr großen Spezialbecken möglich.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: least concern
- Saisonalität: Die Laichzeit liegt typischerweise zwischen Mai und Juli, wenn die Wassertemperaturen ansteigen. In dieser Zeit sind sie besonders aktiv und suchen flache, kiesige Bereiche auf.
- Marktpreis: Gering
- Kommerzielle Bedeutung: low
- Geschmack: Der Geschmack ist je nach Gewässer und Jahreszeit unterschiedlich, oft als erdig oder schlammig beschrieben. Das Fleisch ist grätenreich.
- Textur: Festes, aber grätenreiches Fleisch.
- Zubereitungsarten: Räuchern, Marinieren, Sauer einlegen
- Nährwert: Gute Proteinquelle, enthält Omega-3-Fettsäuren.
Wichtige Fakten
Barteln als Sinnesorganebehavior
Die vier Barteln der Barbe sind hochsensible Tast- und Geschmacksorgane, die es ihr ermöglichen, Nahrung im trüben Wasser und am Gewässergrund aufzuspüren.
Strömungsliebendbehavior
Die Barbe ist perfekt an das Leben in schnell fließenden Gewässern angepasst. Ihr spindelförmiger Körper und ihre kräftige Muskulatur ermöglichen es ihr, auch in starker Strömung zu schwimmen und sich zu halten.
Laichwanderungenbehavior
Zur Laichzeit unternimmt die Barbe oft weite Wanderungen flussaufwärts zu ihren Laichplätzen in kiesigen Flachwasserbereichen.
Giftige Eierinteresting
Die Eier der Barbe sind für den Menschen giftig und können bei Verzehr starke Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Dies ist eine Schutzstrategie gegen Fressfeinde.
Indikatorartinteresting
Die Barbe gilt als Indikator für gute Wasserqualität und intakte Flussökosysteme, da sie sauberes, sauerstoffreiches Wasser benötigt.
Sicherheitsinformationen
Vorsichtig behandeln- Sicherheitsstufe: caution
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: not recommended
- Hinweise zum Umgang: Der kräftige, gesägte Rückenflossenstrahl kann bei unvorsichtigem Umgang schmerzhafte Wunden verursachen. Vorsicht beim Anfassen ist geboten. Die Eier der Barbe sind giftig und sollten nicht verzehrt werden, da sie Brechdurchfall verursachen können.
Ähnliche Arten
Gründling
Gobio gobio
Der Gründling ist deutlich kleiner (max. 20 cm), hat nur zwei Barteln und eine andere Körperform.
Schmerlenarten
Cobitidae spp.
Schmerlen haben ebenfalls Barteln, sind aber meist kleiner, haben eine schlankere, oft aalähnliche Körperform und eine andere Flossenstellung.
Andere Barbus-Arten
Barbus spp.
In Südeuropa gibt es weitere Barbus-Arten, die sich in der Anzahl und Länge der Barteln, der Färbung und der Form des Rückenflossenstrahls unterscheiden können. Eine genaue Bestimmung erfordert oft detaillierte morphologische Merkmale.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Cypriniformes
- Familie
- Cyprinidae
- Gattung
- Barbus
- Art
- Barbus barbus
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