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App öffnenBeschreibung
Störe (Acipenseridae) sind eine Familie von Knochenfischen, die zu den ältesten noch lebenden Fischarten gehören und oft als 'lebende Fossilien' bezeichnet werden. Sie zeichnen sich durch ihren langgestreckten Körper, die heterozerke Schwanzflosse und Reihen von knöchernen Schuppen (Scuta) entlang des Körpers aus. Viele Arten sind anadrom, verbringen den Großteil ihres Lebens im Meer und wandern zum Laichen in Süßwasserflüsse. Sie sind bekannt für ihre Langlebigkeit und ihre Größe, wobei einige Arten über mehrere Meter lang werden können. Störe sind von großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung, insbesondere wegen ihres Kaviars.
Körperliche Merkmale
- Körperform
- elongated
- Färbung
- Variiert je nach Art von grau, olivgrün, bräunlich bis fast schwarz auf dem Rücken, mit helleren Seiten und einem weißen bis gelblichen Bauch. Die Scuta können eine kontrastierende Farbe haben.
- Schuppentyp
- ganoid
- Maulstellung
- inferior
- Besondere Merkmale
- Fünf Reihen knöcherner Schuppen (Scuta) entlang des Körpers: eine dorsale, zwei laterale und zwei ventrale Reihen., Vier Barteln vor dem unterständigen Maul, die als Tastorgane dienen., Knorpeliges Skelett, obwohl sie zu den Knochenfischen gehören., Asymmetrische (heterozerke) Schwanzflosse, ähnlich der von Haien., Langer, spitzer oder abgerundeter Rüssel (Rostrum).
- Rückenflosse
- Eine einzelne Rückenflosse, weit hinten am Körper platziert.
- Schwanzflosse
- Heterozerk, der obere Lappen ist länger als der untere.
- Brustflosse
- Gut entwickelt, oft groß und kräftig.
- Auffällige Flossen
- Die Flossenstrahlen sind nicht segmentiert. Die Afterflosse ist ebenfalls weit hinten platziert.
Bestimmungstipps
Körperform und Scuta
Der langgestreckte Körper mit den fünf charakteristischen Reihen knöcherner Schuppen (Scuta) ist ein eindeutiges Merkmal. Die Anzahl und Form der Scuta können zur Artbestimmung herangezogen werden.
Barteln und Maul
Die vier Barteln vor dem unterständigen, ausstülpbaren Maul sind ein weiteres wichtiges Identifikationsmerkmal. Die Position der Barteln relativ zum Maul und ihre Fransen können artspezifisch sein.
Rostrum (Schnauze)
Die Form und Länge des Rostrums (spitz, abgerundet, kurz, lang) variiert stark zwischen den Arten und ist ein Schlüsselmerkmal zur Unterscheidung.
Schwanzflosse
Die heterozerke Schwanzflosse, bei der der obere Lappen länger ist, ist ein primitives Merkmal und hilft bei der Abgrenzung von anderen Fischfamilien.
Lebensraum
- Wassertyp
- brackish
- Tiefe
- Variiert stark; von flachen Küstengewässern und Flussmündungen bis zu tieferen Bereichen von Flüssen und Meeren.
- Umgebung
- Große Flüsse, Flussmündungen, Küstengewässer und offene Meere. Sie bevorzugen oft sandige oder schlammige Böden, wo sie nach Nahrung suchen können.
- Geografische Verbreitung
- Nördliche Hemisphäre: Europa, Asien und Nordamerika. Verbreitung reicht von der Arktis bis zu subtropischen Regionen, abhängig von der spezifischen Art. Viele Arten sind anadrom und wandern zwischen Süß- und Salzwasser.
Aquarieninformationen
- Pflegeaufwand: expert
- Temperament: peaceful
- Ernährung: carnivore
- Mindestbeckengröße: Nicht für Heimaquarien geeignet, erfordert sehr große Teichanlagen oder spezialisierte Haltung.
- Temperatur: 10-20°C (artenabhängig)
- pH-Wert: 6.5-8.0
- Härte: 5-20 dGH
- Verträglichkeit: Aufgrund ihrer Größe und speziellen Anforderungen nur mit sehr großen, friedlichen Kaltwasserfischen kompatibel, die ähnliche Wasserbedingungen bevorzugen. Oft in Monokultur gehalten.
- Besondere Anforderungen: Benötigen extrem große Becken oder Teiche mit ausgezeichneter Wasserqualität, hohem Sauerstoffgehalt und starker Filterung. Ein weicher Bodengrund ist wichtig, da sie am Boden nach Nahrung suchen. Sie sind sehr empfindlich gegenüber Medikamenten und Umweltveränderungen. Die Haltung ist in den meisten Ländern genehmigungspflichtig oder stark reguliert.
Informationen zum Wildbestand
- Erhaltungszustand: critically endangered
- Saisonalität: Laichwanderungen finden typischerweise im Frühjahr oder Frühsommer statt, abhängig von der Art und geografischen Lage. Die Fischerei ist stark reguliert oder verboten.
- Marktpreis: Sehr hoch, insbesondere für Kaviar
- Kommerzielle Bedeutung: high
- Geschmack: Mild, fleischig, oft als Delikatesse geschätzt
- Textur: Fest, fleischig, wenig Gräten
- Zubereitungsarten: Räuchern, Grillen, Braten, Dünsten
- Nährwert: Reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen und Vitaminen. Kaviar ist besonders reich an Nährstoffen.
Wichtige Fakten
Lebende Fossilienevolution
Störe gehören zu den ältesten Fischfamilien der Welt und haben sich seit über 200 Millionen Jahren kaum verändert. Sie existierten bereits zur Zeit der Dinosaurier.
Langlebigkeitamazing
Einige Störarten können über 100 Jahre alt werden, was sie zu den langlebigsten Fischen macht.
Größerecord
Der Beluga-Stör (Huso huso) ist der größte Süßwasserfisch der Welt und kann über 7 Meter lang und über 1.500 kg schwer werden.
Kaviarinteresting
Der Rogen von Stören ist als Kaviar bekannt und gilt als eine der teuersten Delikatessen der Welt, was leider auch zu ihrer starken Überfischung beigetragen hat.
Anadrome Wanderungenbehavior
Viele Störarten sind anadrom, das heißt, sie verbringen den Großteil ihres Lebens im Salzwasser und wandern zum Laichen in Süßwasserflüsse. Diese Wanderungen sind oft sehr weit und anspruchsvoll.
Sicherheitsinformationen
Vorsichtig behandeln- Sicherheitsstufe: caution
- Giftig: Nein
- Essbarkeit: edible
- Hinweise zum Umgang: Störe sind große und kräftige Fische. Beim Hantieren ist Vorsicht geboten, um Verletzungen durch ihre Größe und Kraft zu vermeiden. Die knöchernen Scuta können scharfkantig sein. Sie sind sehr empfindlich gegenüber Stress und Sauerstoffmangel, daher sollte der Umgang mit ihnen auf ein Minimum beschränkt und stets schonend erfolgen. Für Angler gilt: Catch & Release mit größter Sorgfalt, um die Tiere nicht zu schädigen.
Ähnliche Arten
Löffelstör
Polyodon spathula
Löffelstöre gehören nicht zur Familie Acipenseridae, sondern zur Familie Polyodontidae. Sie haben eine extrem lange, löffelförmige Schnauze und keine knöchernen Scuta am Körper, sondern eine glatte Haut. Sie sind reine Süßwasserfische.
Paddelfisch
Psephurus gladius (ausgestorben)
Der chinesische Paddelfisch war ebenfalls ein Verwandter der Störe, aber mit einer sehr langen, schwertförmigen Schnauze. Er hatte ebenfalls keine Scuta und war ein reiner Süßwasserfisch. Er ist leider als ausgestorben erklärt worden.
Verschiedene Störarten
Acipenser spp., Huso spp., Scaphirhynchus spp., Pseudoscaphirhynchus spp.
Innerhalb der Familie Acipenseridae gibt es über 25 Arten, die sich durch Merkmale wie die Anzahl und Form der Scuta, die Länge und Form des Rostrums, die Position der Barteln, die Form des Mauls und die Färbung unterscheiden. Eine genaue Bestimmung erfordert oft detaillierte morphometrische Analysen.
Wissenschaftliche Klassifikation
- Reich
- Animalia
- Stamm
- Chordata
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Acipenseriformes
- Familie
- Acipenseridae
- Gattung
- Acipenser
- Art
- Diverse, z.B. Acipenser sturio (Europäischer Stör)
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