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Europäischer Stör

Sicher

Acipenser sturio

Auch bekannt als: Atlantischer Stör, Gemeiner Stör, Baltischer Stör, Stör

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Beschreibung

Der Europäische Stör (Acipenser sturio) ist eine anadrome Wanderfischart aus der Familie der Störe (Acipenseridae). Er ist bekannt für seine lange Lebensdauer und seine beeindruckende Größe. Historisch war er in vielen europäischen Flüssen und Küstengewässern verbreitet, ist aber heute durch Überfischung, Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung extrem selten geworden und gilt in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets als ausgestorben oder funktionell ausgestorben. Er ist ein bodenlebender Fisch, der sich von Wirbellosen ernährt.

Körperliche Merkmale

Körperform
torpedo
Färbung
Rücken und Flanken sind graubraun bis olivgrün, der Bauch ist hell (weißlich bis gelblich).
Schuppentyp
none
Maulstellung
inferior
Besondere Merkmale
Fünf Reihen knöcherner Schilder (Scuta) entlang des Körpers: eine dorsale, zwei laterale und zwei ventrale Reihen., Vier Barteln vor dem unterständigen Maul, die nicht gefranst sind und näher an der Maulspitze als an der Schnauzenspitze liegen., Lange, spitz zulaufende Schnauze., Heterozerke Schwanzflosse (obere Lobus länger als der untere).
Rückenflosse
Eine einzelne Rückenflosse, weit hinten am Körper gelegen, mit 30-45 Weichstrahlen.
Schwanzflosse
Heterozerk, der obere Lobus ist länger und trägt die Wirbelsäule.
Brustflosse
Große Brustflossen, die zur Stabilisierung dienen.
Auffällige Flossen
Die Flossenstrahlen sind nicht segmentiert. Die Afterflosse ist klein und liegt hinter der Rückenflosse.

Bestimmungstipps

Barteln

Vier ungefranste Barteln, die näher an der Maulspitze als an der Schnauzenspitze liegen. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Störarten.

Scuta (Knochenschilde)

Die Anzahl und Form der Knochenschilde entlang der fünf Reihen sind charakteristisch. Dorsal: 9-16, lateral: 24-36, ventral: 8-14.

Schnauze

Relativ lang und spitz zulaufend, im Vergleich zu vielen anderen Störarten.

Maul

Unterständig und vorstülpbar, ohne Zähne bei adulten Tieren.

Lebensraum

Wassertyp
brackish
Tiefe
Im Meer meist in Küstennähe in Tiefen von 10-50 Metern, zur Laichzeit in Flüssen in tieferen Rinnen.
Umgebung
Anadromer Wanderfisch: Verbringt den Großteil seines Lebens im Meer (Küstenbereiche, Ästuare) und wandert zum Laichen in große Süßwasserflüsse (Flussmündungen, Unterläufe). Bevorzugt sandige oder kiesige Böden.
Geografische Verbreitung
Historisch Atlantikküste Europas von Norwegen bis Marokko, Nordsee, Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer. Heute ist die einzige bekannte natürliche Reproduktionspopulation im Gironde-Garonne-Dordogne-Flusssystem in Frankreich. Wiederansiedlungsprojekte laufen in Deutschland (Elbe, Ems) und anderen Ländern.

Aquarieninformationen

  • Pflegeaufwand: expert
  • Temperament: peaceful
  • Ernährung: carnivore
  • Mindestbeckengröße: Nicht für Aquarienhaltung geeignet (benötigt riesige, spezialisierte Anlagen, wenn überhaupt)
  • Temperatur: 10-20°C
  • pH-Wert: 7.0-8.0
  • Härte: 10-20 dGH
  • Verträglichkeit: Nicht für die Vergesellschaftung in Heimaquarien geeignet. In spezialisierten Haltungseinrichtungen nur mit anderen großen, friedlichen Arten, die ähnliche Umweltansprüche haben.
  • Besondere Anforderungen: Benötigt extrem große, gut gefilterte Becken mit starker Strömung und sandigem oder kiesigem Bodengrund. Die Haltung ist nur in spezialisierten Forschungseinrichtungen oder Zoos unter strengen Auflagen möglich und nicht für private Aquarianer zu empfehlen.

Informationen zum Wildbestand

  • Erhaltungszustand: critically endangered
  • Saisonalität: Laichwanderungen finden im Frühjahr (April-Juni) statt, wenn die Fische von den Meeresküsten in die Süßwasserflüsse aufsteigen. Die Rückwanderung ins Meer erfolgt im Spätsommer/Herbst.
  • Marktpreis: Extrem hoch, aber der Handel mit Wildfängen ist streng verboten und illegal. Zuchtfische oder Kaviar von anderen Störarten sind auf dem Markt.
  • Kommerzielle Bedeutung: low
  • Geschmack: Das Fleisch ist fest und hat einen milden, nussigen Geschmack. Der Kaviar (Rogen) ist hochbegehrt und gilt als Delikatesse.
  • Textur: Fest, fleischig, mit geringem Fettanteil.
  • Zubereitungsarten: Räuchern, Braten, Grillen, Dünsten
  • Nährwert: Reich an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen (insbesondere B-Vitamine).

Wichtige Fakten

Lebendes Fossilevolution

Störe gehören zu den ältesten Fischfamilien der Welt und haben sich seit der Kreidezeit kaum verändert. Sie werden oft als 'lebende Fossilien' bezeichnet.

Lange Lebensdaueramazing

Europäische Störe können über 100 Jahre alt werden und erreichen ihre Geschlechtsreife erst sehr spät (Männchen mit 8-12 Jahren, Weibchen mit 12-20 Jahren).

Kaviar-Produzentinteresting

Der Rogen des Europäischen Störs war historisch eine der begehrtesten Kaviar-Sorten, was maßgeblich zu seiner Überfischung beigetragen hat.

Wiederansiedlungbehavior

Es gibt umfangreiche internationale Projekte zur Wiederansiedlung des Europäischen Störs in seinen ursprünglichen Lebensräumen, insbesondere in Deutschland und Frankreich, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren.

Größenrekordrecord

Europäische Störe können eine Länge von über 5 Metern und ein Gewicht von über 400 Kilogramm erreichen, was sie zu den größten Süßwasserfischen Europas macht.

Sicherheitsinformationen

Sicher
  • Sicherheitsstufe: safe
  • Giftig: Nein
  • Essbarkeit: edible
  • Hinweise zum Umgang: Der Europäische Stör ist ein großer und kräftiger Fisch. Beim Umgang mit gefangenen Exemplaren (was aufgrund des Schutzstatus extrem unwahrscheinlich ist und nur von autorisiertem Personal durchgeführt werden sollte) ist Vorsicht geboten, um Verletzungen durch die scharfen Knochenschilde zu vermeiden. Die Fische sollten so wenig wie möglich gestresst und schnellstmöglich wieder freigelassen werden. Es gibt keine giftigen Stacheln oder andere gefährliche Merkmale.

Ähnliche Arten

Russischer Stör

Acipenser gueldenstaedtii

Der Russische Stör hat kürzere, rundlichere Barteln, die näher an der Schnauzenspitze liegen. Seine Schnauze ist kürzer und stumpfer. Die Scuta sind oft weniger ausgeprägt und die Färbung kann variabler sein.

Sternhausen

Acipenser stellatus

Der Sternhausen hat eine sehr lange, schmale, sternförmige Schnauze und gefranste Barteln. Seine Scuta sind kleiner und zahlreicher.

Sibirischer Stör

Acipenser baerii

Der Sibirische Stör hat eine kürzere, abgerundete Schnauze und die Barteln liegen näher an der Schnauzenspitze. Die Scuta sind oft weniger prominent.

Wissenschaftliche Klassifikation

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Acipenseriformes
Familie
Acipenseridae
Gattung
Acipenser
Art
Acipenser sturio

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